Begegnung und Dialog: 30. Tag der offenen Moschee

Begegnung und Dialog: 30. Tag der offenen Moschee
Bereits zum 30. Mal öffnen am Tag der Deutschen Einheit Hunderte Moscheen ihre Türen für Dialog und Begegnung. Es müsse mehr miteinander und weniger übereinander gesprochen werden, sagt der neue Sprecher des Koordinationsrats der Muslime.

Köln (epd). Mehr als 700 Moscheen in ganz Deutschland haben am Freitag wieder ihre Türen für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Am 30. Tag der offenen Moschee luden sie unter anderem zu Führungen, Gesprächen und Diskussionsrunden ein. Die Aktion solle ein Zeichen für Begegnung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und gemeinsame Verantwortung setzen, erklärte der Koordinationsrat der Muslime in Köln. In Dortmund organisierte das Christlich-Islamische Dialogforum eine interreligiöse Stadtrundfahrt zu drei der mehr als 40 Moscheen, dies sei ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben in einer vielfältigen Stadtgesellschaft.

Das diesjährige Motto „Moscheen als Träger gesellschaftlicher Verfasstheit“ solle die Bedeutung der Moscheen als gesellschaftliche Institutionen hervorheben, sagte der neue Sprecher des Koordinationsrats, Samir Bouaissa vom Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). „Gerade die Wahlergebnisse in den östlichen Bundesländern führen uns vor Augen, wie wichtig es ist, als Gesellschaft zusammenzustehen und gemeinsam Verantwortung für unsere freiheitliche demokratische Ordnung und die sie tragenden Institutionen zu übernehmen.“

Orte des Glaubens und des Zusammenhalts

Die Moscheegemeinden wollten Verantwortung übernehmen und das gesellschaftliche Miteinander aktiv mitgestalten, betonte der stellvertretende ZMD-Vorsitzende. „Der 3. Oktober steht für die Einheit unseres Landes und zugleich für die Begegnung seiner Menschen. Moscheen gehören selbstverständlich zu unserer Gesellschaft.“ Sie seien Orte des Glaubens, der Nachbarschaft, des Engagements und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

„Gerade in herausfordernden Zeiten müssen wir mehr miteinander und weniger übereinander reden“, forderte Bouaissa. Er kündigte an, er wolle als Sprecher des Koordinationsrats auch über den Dachverband hinaus den Austausch zwischen den muslimischen Religionsgemeinschaften ausbauen. Zudem wolle er den Dialog mit der Politik, anderen Religionsgemeinschaften und der Zivilgesellschaft stärken.

Aktionstag seit 30 Jahren am Tag der Deutschen Einheit

Der Tag der offenen Moschee wird seit 1997 jährlich am Tag der Deutschen Einheit begangen. Organisiert wird er seit 2007 größtenteils von den Verbänden, die im Koordinationsrat der Muslime zusammengeschlossen sind.

Mitglieder des Dachverbands mit Sitz in Köln sind neben dem Zentralrat der Muslime die eng mit der türkischen Religionsbehörde verbundene Türkisch-Islamische Union (Ditib) als größter Moscheeverband in Deutschland, der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IRD), die Union der Islamisch-Albanischen Zentren in Deutschland (UIAZD) und der Zentralrat der Marokkaner in Deutschland (ZRMD).

Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), drittgrößter Islamverband in Deutschland und eines der vier Gründungsmitglieder des Koordinationsrats, war vor drei Jahren aus dem Dachverband ausgetreten. Er begründete den Schritt mit dem Wunsch nach mehr Unabhängigkeit.