Gütersloh (epd). Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland hat sich laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung nach einem starken Einbruch 2023 wieder erholt. Soziale Beziehungen und Gemeinwohlorientierung erreichten wieder höhere Werte, wie der am Dienstag in Gütersloh veröffentlichte „Religionsmonitor 2026“ der Stiftung zeigt. Dabei blieben das Gerechtigkeitsempfinden und das Vertrauen in die Regierung allerdings auf niedrigem Niveau. Religion habe wiederum einen positiven Einfluss auf den Zusammenhalt.
Der Wert für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erreichte den Angaben zufolge auf einer Skala von 0 bis 100 insgesamt 51 Punkte. Damit gaben die Befragten fünf Punkte mehr als 2023. Der Wert erreichte jedoch noch nicht das Niveau von 2020 vor Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg (55 Punkte).
Vertrauen in die Bundesregierung auf niedrigem Niveau
Als „relevante soziale Ressource“ für den gesellschaftlichen Zusammenhalt benennt die Studie die Religiosität: So wurde bei evangelischen Befragten mit einem Index von 55 Punkten der höchste Wert im Bereich gesellschaftlicher Zusammenhalt verzeichnet, gefolgt von katholischen Gläubigen mit 53 Punkten.
Die drei untersuchten Bereiche des Zusammenhalts hätten sich unterschiedlich entwickelt, hieß es. Besonders deutlich sei die Erholung bei den sozialen Beziehungen gewesen. Dieser Wert war zwischen 2020 und 2023 von 61 auf 49 Punkte gefallen und erreichte nun wieder 57 Punkte. Auch liege die Gemeinwohlorientierung mit 53 Punkten „auf einem vergleichsweise hohen Niveau“. Die Verbundenheit der Menschen mit dem Gemeinwesen stagniere hingegen bei 44 Punkten. So liege das Vertrauen in die Bundesregierung weiter nur bei 37 Punkten. Noch niedriger falle mit 25 Punkten das Gerechtigkeitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger aus.
Für die Erhebung hat das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft im März 5.231 Menschen ab 18 Jahren online befragt. Für den Zeitvergleich wurden Daten der Studie „Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt“ aus den Jahren 2017, 2020 und 2023 verwendet. Der Religionsmonitor führt diese Forschung zum sozialen Miteinander fort und erweitert sie um religiöse Aspekte.




