VW-Betriebsratschefin Cavallo wirft Arbeitgebern Verrat vor

VW-Betriebsratschefin Cavallo wirft Arbeitgebern Verrat vor
Die Vorsitzende des VW-Konzernbetriebsrats, Daniela Cavallo, wirft Arbeitgebern vor, die Krise zu nutzen, um tarifliche Standards und Arbeitnehmerrechte abzubauen.

Hannover (epd). Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Volkswagen, Daniela Cavallo, hat den Arbeitgebern in Deutschland einen Bruch der Sozialpartnerschaft und Angriffe auf Arbeitnehmerrechte vorgeworfen. „Die Arbeitgeberseite hat den Anstand verloren“, sagte Cavallo am Samstag laut Redemanuskript bei einer Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Hannover. Im „Strudel der Krise“ versuchten Unternehmen derzeit, hart erkämpfte Standards und tarifliche Absicherungen der Beschäftigten gezielt auszuhebeln. „Das macht mich wütend, weil ich es als einen echten Verrat empfinde“.

Die Automobilbranche stehe zwar durch den Umbau zur Elektromobilität, weltweite Handelskonflikte und drastische Absatzeinbrüche in China unter enormem wirtschaftlichem Druck, räumte Cavallo ein. Dennoch dürfe die Bewältigung dieser Probleme nicht einseitig den Belegschaften aufgebürdet werden. Bei VW bedrohe die Unternehmensspitze derzeit die Standorte in Hannover-Stöcken, Emden, Zwickau und Neckarsulm mit der Schließung. Dies sei „eine Kampfansage von Vorstand und Kapitalseite.“

„Werden massiven Widerstand leisten“

Die Belegschaft von Volkswagen habe bereits jährliche Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro durch Lohnverzicht akzeptiert, um im Gegenzug eine Beschäftigungssicherung bis 2031 zu erhalten, unterstrich Cavallo. Wenn das Management diese Zusagen nun aufkündigen wolle, werde die Arbeitnehmerseite massiven Widerstand leisten.

Für Samstag hatten der DGB und die Sozialverbände zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen, um für sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und den Schutz von Arbeitnehmerrechten zu demonstrieren. Für Hannover und Bremen hatten die Veranstalter vorab mehrere Tausend Teilnehmer angekündigt.