Wenn das Pfarrhaus zur WG wird

Blick auf einen Frühstückstisch in einer WG
Getty Images/iStockphoto/Nikada
Da schmeckt es besser: Eine preiswerte Pfarrwohnung für junge Menschen in Ausbildung.
Soziales Gemeindeprojekt
Wenn das Pfarrhaus zur WG wird
In Esslingen-Berkheim stand eine Pfarrwohnung leer. Statt sie zu verkaufen, schuf die Kirchengemeinde ein neues Zuhause für vier junge Menschen - mit und ohne Fluchterfahrung.

Die evangelische Kirchengemeinde in Esslingen-Berkheim hat eine leerstehende Pfarrwohnung in eine integrative Wohngemeinschaft umgebaut. Dort lebten nun jeweils zwei junge Frauen und Männer, von denen zwei eine Migrations- oder Fluchtgeschichte haben, heißt es in einem auf der Internetseite der Landeskirche veröffentlichten Interview. Die Idee sei entstanden, nachdem die Pfarrstelle weggefallen war, wie Kirchengemeinderätin Petra Güntert und die Assistenz der Gemeindeleitung, Birgit Landi, erläuterten.

Statt eines Verkaufs oder einer klassischen Vermietung entschied sich der Kirchengemeinderat für dieses soziale Projekt. Ziel sei es gewesen, preiswerten Wohnraum für junge Menschen in Ausbildung zu schaffen.

Die Wohnung musste baulich angepasst und renoviert werden, auch ein Internetzugang wurde installiert. Dank Spenden aus der Gemeinde konnten die Gemeinschaftsräume möbliert und sogar eine Waschmaschine angeschafft werden, berichtet Landi. Auch rechtliche Fragen rund um Mietverträge und die Miethöhe mussten geklärt werden. Zudem war eine offizielle Genehmigung für die Umnutzung des Pfarrhauses erforderlich.

 

Das Konzept ist nach Angaben der Verantwortlichen aufgegangen; die Zimmer konnten wie geplant vermietet werden. Anderen Gemeinden in einer ähnlichen Lage rät Güntert, den laufenden Zeitaufwand für Verwaltung und Mieterwechsel nicht zu unterschätzen. Die hohe Mobilität der jungen Bewohner führe zu einer häufigeren Mietersuche als anfangs angenommen. Eine Einbindung der Wohngemeinschaft in das evangelische Gemeindeleben wird laut Güntert nicht erwartet.