Nord-Süd-Kommission nimmt mit 20 neuen Mitgliedern Gestalt an

Nord-Süd-Kommission nimmt mit 20 neuen Mitgliedern Gestalt an
Sie soll neue Vorschläge für entwicklungspolitische Zusammenarbeit weltweit entwickeln: Mit prominenten Mitgliedern aus dem Globalen Süden startet die Nord-Süd-Kommission unter Co-Leitung von Ex-Kanzler Scholz ihre Arbeit.

Berlin (epd). Die von der Bundesregierung einberufene Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission ist vollständig besetzt: Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz und die ehemalige Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla, haben insgesamt 20 Mitglieder des Gremiums für eine bessere weltweite Entwicklungszusammenarbeit am Montag in Berlin bekannt gegeben. Unter gemeinsamer Leitung von Scholz und Chinchilla vereine die Kommission nun 22 Frauen und Männer, die überwiegend aus dem Globalen Süden stammen, darunter Führungspersönlichkeiten internationaler Organisationen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen, sagte Scholz.

Zu den Mitgliedern zählen der Präsident der Weltbank, Ajay Banga, die ehemalige Premierministerin des Senegals, Aminata Touré, der frühere Chef von USAID und derzeitige Leiter der entwicklungspolitischen Organisation One, Mark Green, der kongolesische Menschenrechtler und Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege, die Chefin der Welthandelsorganisation WTO, Ngozi Okonjo-Iweala, sowie der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Hermann Gröhe.

Scholz wirbt für „mutige und wegweisende“ Zusammenarbeit

Ziel der Nord-Süd-Kommission sei es, „pragmatisch und zugleich visionär“ gemeinsam Vorschläge für eine gute Zukunft der Welt zu entwickeln, erklärte Scholz. Dabei erwarte er „mutige und wegweisende Lösungen, die auch umgesetzt werden können“.

Am 16. und 17. Oktober sollen alle Kommissionsmitglieder erstmals in Bangkok zusammenkommen. Dort werde die Kommission ihre Schwerpunkte und ihr Arbeitsprogramm festlegen. Ein erstes Zwischendokument ist für Mitte 2027 geplant. Bis Ende 2028 werden die Mitglieder gemeinsam Vorschläge für eine neue entwicklungspolitische Kooperation erarbeiten.

Die unabhängige Nord-Süd-Kommission, deren Einrichtung im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart wurde, wurde im Juni eingesetzt. Sie steht in der Tradition der Unabhängigen Kommission für Internationale Entwicklungsfragen, die der frühere Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt von 1977 bis 1983 leitete.