Frankfurt a.M., Berlin (epd). Am 2. November wird die Jüdische Akademie in Deutschland mit einem Festakt in Frankfurt am Main eröffnet. Zur Feier werden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, erwartet, wie der Zentralrat am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Arbeit aufnehmen wird die Akademie nach den Worten des Co-Direktors Doron Kiesel, Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, Anfang nächsten Jahres.
Der Neubau nahe der Frankfurter Messehallen ist mit einer früheren denkmalgeschützten Professorenvilla verbunden. Der Entwurf des Frankfurter Architekten Zvonko Turkali sieht im neoklassizistischen Altbau unter anderem ein Café sowie Besprechungs- und Verwaltungsräume vor. Der Neubau umfasst fünf Ebenen und verfügt über einen Speise- und einen Akademiesaal sowie einen großen Veranstaltungssaal für 200 Personen. Hinzu kommen Gruppenräume und eine Dachterrasse.
Tradition des Jüdischen Lehrhauses
Die Gesamtkosten des Projekts lagen laut Zentralrat ursprünglich bei 34,5 Millionen Euro. Die Stadt hatte 5,5 Millionen Euro zugesagt, die Bundesregierung wollte sich nach einem Beschluss des Deutschen Bundestags mit 16 Millionen Euro beteiligen und die hessische Landesregierung mit 7 Millionen Euro. Der Spatenstich erfolgte im September 2021, Richtfest war im September 2024. Die aufwendige Sanierung des Altbaus und die Verzögerung bei der Lieferung von Baustoffen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine haben die Bauzeit nach Angaben des Architekten Turkali verlängert.
Die Jüdische Akademie geht auf einen Anstoß des früheren Zentralratspräsidenten aus Frankfurt, Dieter Graumann, zurück. Die Bildungseinrichtung steht in der Tradition des in den 1920er Jahren gegründeten Freien Jüdischen Lehrhauses, das in Frankfurt von dem Historiker und Religionsphilosophen Franz Rosenzweig (1886-1929) geleitet wurde.




