Berlin, Wuppertal (epd). Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie (eaf) dringt darauf, Bedarfe von Kindern zum Maßstab sozialstaatlicher Reformen zu machen. Bei gleichzeitig laufenden Reformen müsse deren zusammengefasste Wirkung stets im Blick sein, forderte die eaf in der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Schlusserklärung ihrer Jahrestagung in Wuppertal. Folgenabschätzungen für Kinder, Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen sollten für die Umsetzung der Empfehlungen der Sozialstaatskommission verbindlich sein.
Im Januar hatte eine Kommission der Bundesregierung Vorschläge zur Reform der steuerfinanzierten Sozialleistungen wie etwa Wohngeld oder Kinderzuschlag vorgelegt. Das Gremium empfahl, Sozialleistungen zusammenzulegen, rechtliche Grundlagen zu vereinfachen und digitaler zu werden. Die eaf mit Sitz in Berlin unterstützt viele der Vorschläge, hob aber hervor, dass ein Erfolg der Reformen nicht nur an effizienter Leistungsverwaltung oder Einsparungen gemessen werden dürfe. Entscheidend sei eine spürbare Entlastung von Familien.
Lebenssituation von Familien einbeziehen
Erwerbsanreize müssten die Lebenssituation von Familien einbeziehen, erklärte die eaf. Eltern könnten nur dann mehr arbeiten, wenn die Betreuungsinfrastruktur gut ausgebaut und von hoher Qualität sei. Die eaf setzte sich außerdem für einen Rechtsanspruch auf ganzheitliche Beratung ein. Bei der Umsetzung der Sozialstaatsreformen sollten Expertengremien oder Beteiligungsräte aus Wohlfahrts-, Sozial- und Betroffenenverbänden beteiligt werden.




