Berlin (epd). Zum Start der Kältehilfesaison in Berlin am 1. Oktober fordern Wohlfahrtsverbände mehr Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit. Die Kältehilfe sei unverzichtbar und rette Leben, sie löse aber das Problem der Wohnungslosigkeit nicht, erklärte am Mittwoch der Vertreter der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin, Oliver Bürgel. Die Kältehilfe stellt in der kalten Jahreszeit Plätze für Obdachlose zum Schutz vor Extremtemperaturen zur Verfügung.
Bürgel ist Geschäftsführer der AWO Berlin. Er forderte, die Hauptstadt müsse den nächsten Schritt „weg von der Verwaltung von Wohnungslosigkeit hin zu ihrer konsequenten Verhinderung“ gehen. Dazu gehöre starke Prävention sowie eine ressortübergreifende Gesamtstrategie. Insbesondere dürfe kein Kind in der Stadt durch eine Räumung wohnungslos werden. „Die Kältehilfe bleibt ein wichtiger Baustein, erfolgreich sind wir aber erst, wenn immer weniger Menschen sie brauchen“, erklärte Bürgel.
Appell an nächsten Senat
Die Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz, Ursula Schoen, erklärte: „Nur mit einem funktionierenden System aus Unterbringung, niedrigschwelliger Suchtberatung und weiterführenden Hilfen können wir echte Chancen eröffnen.“ Das sei nicht nur in der kalten Jahreszeit lebenswichtig. Der nächste Senat müsse solche Angebote dauerhaft stärken und absichern.
Die Kältehilfe ist ein gemeinsames Projekt von Berliner Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbänden und der Senatssozialverwaltung. Sie stellt zwischen Anfang Oktober und Ende April Unterkünfte für Obdachlose bereit.




