Fernseh-Vorschau: Frauen im Knast

Das lohnt sich im Fernsehen vom 18. bis 23. März
Frauen im Knast

Foto: ZDF/Ralf Heinze

Dijana ist mit 21 wegen Raubmordes ins Gefähnis gekommen. Das Urteil: Lebenslang. Melanie sitzt wegen Beschaffungskriminalität für ihre Drogensucht. In der 37 Grad-Reportage geben Ulrike Schenk und Frauke Siebold Einblicke in das Leben dieser beiden Frauen hinter Gittern. Das ist aber nur einer der TV-Tipps für die kommende Woche.

18.3., Arte, 20.15 Uhr: "Geschwister der Bäume"

Zum Auftakt des Themenabends "Von Bäumen und Menschen" stellt ein Dokumentarfilm Mundiya Kepanga vor. Der Anführer des papua-neuguineischen Volksstammes der Huli ist überzeugt, dass die Bäume des Regenwaldes wie große Brüder über ihn wachen. Poetisch, humorvoll und philosophisch erzählt Kepanga von der Natur und dem Regenwald. Er überliefert die Weissagungen seiner Ahnen, um über den aktuellen Zustand des Regenwaldes und die dramatischen Folgen seiner Zerstörung aufzuklären. Der Häuptling erinnert auch daran, dass das Schicksal der Menschen von dem der Bäume abhängt, und fragt so indirekt nach der Zukunft der Menschheit. Der Dokumentarfilm begleitet den Waldbotschafter auf seiner Reise um die Welt.

18.3., Arte, 21.40 Uhr: "Greenpeace – Wie alles begann"

"Mindbomb", Bewusstseinsbombe, nannte Greenpeace-Gründer Robert Hunter einst die medienwirksamen Aktionen der Umweltorganisation. Die Bilder der Aktivisten, die mit ihren Schlauchbooten mutig den Walfangschiffen trotzten, gingen um die Welt. Dokumentarist Jerry Rothwell macht keinerlei Hehl aus seiner Bewunderung für den verstorbenen Hunter. Dessen tagebuchähnliche Aufzeichnungen bilden das dramaturgische Rückgrat des Films. Interviews mit seinen einstigen Mitstreitern verhindern allerdings, dass der Dokumentarfilm eine distanzlose Hommage wird, denn die Greenpeace-Gründerväter waren keineswegs immer einer Meinung: Während Hunter wusste, dass man auch Kompromisse eingehen muss, um seine Ziele zu erreichen, vertraten andere Aktivisten deutlich radikalere Haltungen. In der ersten Hälfte des Films geht es aber vor allem um die Geburt des Umweltschutzes. 1971 wollte die USA auf der Insel Amchitka vor der Küste Alaskas einen unterirdischen Atombombentest durchführen. Einige Kanadier charterten ein Schiff, um den Test zu verhindern. Die amerikanische Küstenwache stoppte das Boot, das die Männer in "Greenpeace" umbenannt hatten, aber als sie nach Vancouver zurückkehrten, wurden sie wie Helden empfangen. Neben vielen aktuellen Interviews besteht "Greenpeace" vor allem aus zeitgenössischen Aufnahmen. Sie zeigen grausige Bilder des Abschlachtens von Walen und Robben und die ersten spektakulären David-gegen-Goliath-Aktionen. Rothwell unterlegt die Aufnahmen mit der passenden Musik jener Jahre, so dass ältere Zuschauer prompt von der energiegeladenen Aufbruchstimmung der Woodstock-Zeit ergriffen werden.

19.3., ARD, 17.30 Uhr: "Gott und die Welt: Grundeinkommen gewonnen!"

Eine Berliner Initiative verlost 1.000 Euro im Monat für ein Jahr. Bedingungslos. Sinn der Unternehmung: Die Gewinner sollen erleben, wie sich das Leben mit Grundeinkommen anfühlt. Das Experiment soll die Diskussion um das Grundeinkommen anfachen. Einige Gewinner hat ein Team des SWR über neun Monate begleitet. Der Film beschreibt, wie sie mit dem Geld umgehen und wie es ihr Leben verändert: Was können sie damit umsetzen? Können sie ihre Chance nutzen? Da sind zum Beispiel Valerie und Gaston. Sie hat sich bei einem Praktikum in Mali in den Mann verliebt und wurde schwanger. Jetzt will sie das Jahr nutzen, um sich eine berufliche Existenz als Innenarchitektin aufzubauen und dann hoffentlich ihre junge Familie versorgen zu können. Marlene hat ihren alten Beruf im Marketing einer großen Firma an den Nagel gehängt, ihre Wohnung zur WG umgestaltet und will freiberuflich als Coach arbeiten. Und Katrin, selbstständige Grafikdesignerin, möchte sich unter anderem bei einem wichtigen Stadtteilprojekt ehrenamtlich einbringen. Susanne Bausch zeigt, ob die drei ihre Ziele erreichen und welches Fazit sie nach einem Jahr Grundeinkommen ziehen.

20.3., 3sat, 23.55 Uhr: "37 Grad: Das Beste für mein Kind"

Jedes Jahr werden in Deutschland um die 4.000 Kinder adoptiert. Sich für immer von seinem Baby trennen: eine unvorstellbar schwere Situation. Die Frauen möchten dem Neugeborenen die Chance auf ein besseres Leben schenken. Und doch machen sich diese Mütter Vorwürfe. Katrin Wegner stellt in ihrem Film drei betroffene Frauen vor. Nicole zum Beispiel leidet seit der Pubertät unter Depressionen; sie muss mehrmals im Jahr in die Psychiatrie. Jetzt ist sie ungewollt schwanger und fragt sich: "Was soll ein Kind mit einer Mutter wie mir, die ständig daran zweifelt, ob sie überhaupt noch leben möchte?" Deshalb will sie ihr Kind direkt nach der Geburt zur Adoption freigeben, selbst wenn die Muttergefühle sie schon jetzt überwältigen. Vika bemerkte ihre Schwangerschaft erst im siebten Monat. Der Vater des Kindes reagierte gleichgültig, riet ihr sogar, es abzutreiben. Damals war die 29-Jährige bereits alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, als Studentin mittellos und auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Sie gab ihr Kind direkt nach der Geburt zur Adoption frei. Anschließend war sie wie betäubt. Seitdem sind fünf Jahre vergangen, und in jeder Sekunde hat sie an ihr Kind gedacht. Die dritte Frau, Andrea, hat ihre Tochter schon vor zwanzig Jahren zur Adoption freigegeben; der schlimmste Abschied ihres Lebens. Später hat sie Kontakt zu dem Kind aufgenommen. Wegner begleitete die 51-Jährige bei einem ihrer seltenen Besuche in Deutschland zu einem Treffen mit der Tochter und ihrer Adoptivmutter.

21.3., 21.50 Uhr: "Die Charité - Geschichten von Leben und Tod"

Im Anschluss an die ersten beiden Folgen der Serie "Charité" zeigt die ARD eine ergänzende Dokumentation. Dagmar Wittmers erzählt die Geschichte des einflussreichsten deutschen Krankenhauses, das einst als Weltzentrum der Medizin galt. Der Glanz der ärztlichen Spitzenleistungen  spiegelte auf die jeweils Herrschenden zurück; im Gegenzug vergaben sie Privilegien und Ämter. Der Mythos der "Halbgötter in Weiß" ist untrennbar verbunden mit dem der Charité. Auf dem Areal nahe der Spree, in dichter Nachbarschaft zu den Zentren der politischen Macht, verlief die Entwicklung in mehr als 300 Jahren nie geradlinig, sondern auf Umwegen und mit Wendungen. Die Charité war Schaffensort so genialer Ärzte und Wissenschaftler wie Rudolf Virchow, Robert Koch oder Emil von Behring. Hier trugen sich Sternstunden der Medizin des 19. Jahrhunderts zu, aber auch tödliche Irrtümer. Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche und zeigt die Orte, an denen Robert Koch den Tuberkulose-Erreger und Ernst von Bergmann chirurgische "Wunder" vollbrachte. Eine echte Zeitzeugin ist Professorin Ingeborg Rapoport, heute 104 Jahre alt. Die jüdische Emigrantin ist in den 50er Jahren aus den USA zurück nach Deutschland gekehrt. Die Kinderärztin fand in der Säuglingsstation der Charité eine neue Heimat. Die Dokumentation erzählt mit seltenen Archivaufnahmen, historischen Fotos und Experteninterviews von berühmten und vergessenen Patienten, von "Halbgöttern in Weiß", den Sternstunden und den Abgründen in der Geschichte der Charité.

21.3., ZDF, 22.15 Uhr: "37 Grad: Frauen im Knast"

Knapp sechs Prozent aller Inhaftierten in Deutschland sind Frauen. Ulrike Schenk und Frauke Siebold haben sich gefragt, wie wohl der Alltag dieser Frauen aussehen mag; ein Jahr lang haben sie in der JVA Vechta nach Antworten gesucht. Ihre Protagonistinnen sind unter anderem Dijana P., die seit elf Jahren im Gefängnis sitzt und Köchin werden will, und Melanie B., die hier ihren Drogenentzug macht. Dijana sitzt eine lebenslange Haftstrafe wegen Raubmordes ab. Nach 15 Jahren könnte sie aber vorzeitig entlassen werden. Mit 21 Jahren ist Dijana in den Knast gekommen, heute ist sie 32. In Vechta beginnt sie eine Ausbildung zur Köchin, die ihr eine Perspektive für die Zukunft bieten soll. Dijanas Temperament macht ihr immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Sie fällt durch die entscheidende Prüfung. Dijana schwankt zwischen Hoffnung auf ein normales Leben nach der Haft und Knastkoller. Um künftig mehr Lockerungen zu bekommen, muss Dijana eine mehrjährige Sozialtherapie beginnen. Die 29-jährige Melanie B. sitzt wegen Beschaffungskriminalität für ihre Drogensucht. 60 bis 70 Prozent der inhaftierten Frauen haben ein Suchtproblem. Viele sind, wie Melanie, familiär vorbelastet, ihr Vater starb als Alkoholiker. Nur noch ihr Bruder steht ihr zur Seite. Nach einigen Monaten kann Melanie in den offenen Vollzug umziehen und bereitet sich auf ihre Entlassung vor. Interessant ist die Reportage aber nicht nur wegen der Porträts, sondern auch wegen des Blicks in eine Welt, die den meisten Menschen verschlossen bleibt.

21.3., Arte, 20.15 Uhr: Themenabend "Europa, was nun?"

Der Brexit hat ein politisches Erdbeben ausgelöst. Viele fragen sich: Ist dies der Anfang vom Ende der EU? Oder führt der Schock im Gegenteil zu einer Neubestimmung gemeinsamer Ziele, aus der das politische Europa gestärkt hervorgehen wird? Die Dokumentation "Kampf um Europa" deckt die geopolitischen Strategien und Allianzen auf, die die Geschichte der EU von Beginn an bestimmt haben. Auf zwei Ebenen – einer historischen und einer aktuellen – erzählt die Dokumentation, welche "Todsünden" die Gemeinschaft bis an den Rand des Scheiterns geführt haben. Schon die Geburtsstunde der EU wurde verklärt: Nach Ende des Zweiten Weltkriegs waren es die USA, die die Grundlage für ein antikommunistisches Westeuropa legten, das die Menschen durch Wohlstand gegen die Verlockungen des Sozialismus imprägnieren sollte. Aussöhnung und Völkerverständigung wurden von den Amerikanern unterstützt, waren aber vor allem Voraussetzung für eine gemeinsame westeuropäische Politik, um dem Sowjetkommunismus Einhalt zu gebieten. Durch die Wirtschaftskrisen und den Aufstieg des Neoliberalismus in den 80er Jahren wurde es immer schwieriger, das Wohlstandsversprechen Europas einzulösen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schlitterte die EU in eine Identitätskrise, da nun auch noch der Antikommunismus als gemeinsames Feindbild fortfiel, mit dem die Gemeinschaft trotz aller Differenzen bis dahin zusammengeschweißt worden war. Die Folge: Nationale Egoismen kochten hoch – ein idealer Nährboden für Populisten aller Lager, die zunehmend Front gegen die EU zu machen begannen. Im Anschluss an eine Gesprächsrunde erinnert ein weiterer Film an die Anfänge der EU.

21.3., WDR Fernsehen, 22.10 Uhr: "Nur eine Handvoll Leben"

Die schlichte Inhaltsangabe kann der Traurigkeit, die dieser Film hervorruft, nicht mal ansatzweise gerecht werden: In der 22. Woche erfährt die schwangere Lehrerin Annette (Annette Frier), dass ihr Kind den schweren Gendefekt Trisomie 18 hat und die Geburt, wenn überhaupt, nicht lange überleben wird. Die Vernunft, ihr Mann und alle Ärzte raten zum Schwangerschaftsabbruch, doch sie bringt die Abtreibung nicht übers Herz. Natürlich ist "Nur eine Handvoll Leben" ein Melodram; die Geschichte verursacht von Anfang an einen dicken Kloß im Hals. Trotzdem gelingt Henriette Piper das Kunststück, ihrer unendlich traurigen Handlung schöne Seiten abzugewinnen, zumal Regisseurin Franziska Meletzky nie unnötig auf die Tränendrüse drückt. Stattdessen beobachtet der Film, wie die Betroffenen reagieren. Christian Erdmann spielt seinen Part als ruhenden Pol der Patchwork-Familie ganz ausgezeichnet und sehr sympathisch; erstaunlich, dass er nicht schon längst viel öfter Hauptrollen bekommen hat. Annette Frier wiederum hat gemeinsam mit Meletzky einen interessanten Weg gefunden, um zu vermitteln, was die Information mit der Mutter macht: Annette wird völlig aus der Bahn geworfen, versucht jedoch, gerade gegenüber den Kindern die Haltung zu bewahren. Dass sie ihrer Tochter nicht sagt, was mit dem Baby los ist, hat allerdings fatale Folgen: Julia (Aleen Jana Kötter) hadert ohnehin mit der familiären Konstellation der Familie, weshalb sie das Ultraschallfoto verbrennt. Prompt gibt sie sich später die Schuld am Gendefekt des todgeweihten Babys. Ohnehin schiebt sich mehr und mehr das Schicksal der Lebenden in den Vordergrund, weshalb der Film den Tränen zum Trotz eine positive Botschaft hat: weil das gemeinsam erlebte Schicksal die zusammengewürfelte Familie zu einer echten Gemeinschaft zusammenwachsen lässt.

22.3., Arte, 19.45 Uhr: "Re: Letzte Zuflucht Waisenhaus"

Die neue Reportage-Reihe erzählt Geschichten von Menschen, Geschichten hinter den Schlagzeilen, die berühren, erstaunen und zum Nachdenken anregen. In 28 Minuten zu einem aktuellen Thema zeigt jede Reportage eine Facette Europas, begegnet spannenden Menschen und taucht in andere Lebenswelten ein. "Re:" soll Europa auf diese Weise in seiner Vielfalt erlebbar und begreifbar machen. "Letzte Zuflucht Waisenhaus" ist ein Film aus Griechenland. Im siebten Jahr des Schuldendramas ist die Krise auch bei den Jüngsten angekommen und zersetzt mittlerweile sogar den Kern der Gesellschaft: die Familie. Da der Staat maximal nur ein Jahr lang Arbeitslosengeld zahlt und eine Grundsicherung wie in Deutschland oder Frankreich in diesem Jahr überhaupt erst eingeführt wird, verarmen viele griechische Familien rapide. Sogar ihre Kinder können manche Eltern nicht mehr versorgen. So auch die beiden Athener Mütter Rania Theodoraki und Viktoria Bublienko. Ihre Kinder leben nun nicht mehr bei ihnen, sondern in einem Waisenhaus.

22.3., WDR Fernsehen, 22.55 Uhr: "Geboren in Molenbeek - Ein Jahr nach den Anschlägen"

Über Religion darf man nicht lachen, lautet eine Regel im belgischen Molenbeek, dem armen, vorwiegend marokkanisch geprägten Brüsseler Stadtteil. Hier lebten einige der Attentäter von Paris und Brüssel. Bettina Scharkus hat das Stadtviertel besucht und unter anderem den katholischen Pfarrer Aurelian Saniko und den muslimischen Imam Jamal Habbachich getroffen. Gemeinsam wollen die beiden die Kinder und Jugendlichen vor Radikalismus und Islamisierung schützen, wollen für Toleranz und Respekt werben. Ihr Viertel wollen sie nicht verloren geben. In Molenbeek ist das eine Herausforderung. Auch schwer bewaffnetes Militär patrouilliert hier - zur Abschreckung. Doch Geld vom Staat, um Projekte gegen die Radikalisierung voranzutreiben, gibt es nicht. Die jungen Leute haben keine Perspektive. Aber aufgeben gilt nicht, das spürt man auch im Boxclub, Molenbeeks ganzer Stolz. Hier trainiert nicht nur der derzeitige Weltmeister im Kickboxen, hier trainieren Jungs und Mädchen, Handwerker und Studenten mit dem gleichen Ziel: Respekt und Selbstvertrauen sollen helfen, die täglichen Herausforderungen zu meistern.

22.3., SWR Fernsehen, 20.15 Uhr: "Der Preis der Turnschuhe"
Turnschuhe, von modebewussten Menschen auch Sneaker genannt, sind mehr als Sportschuhe. Sie stehen für Jugendlichkeit und einen lässigen Auftritt. Vom Youngster bis zum Pensionär, von Deutschland bis nach Afrika: Sneaker werden überall getragen. Und manche nennen sogar mehr als 200 Paare ihr Eigen: passionierte Sammler, die in den coolen Tretern gar eine clevere Geldanlage sehen. Doch wie sieht es dort aus, wo der Kult seinen Ursprung nimmt? In den entlegenen Fabriken Asiens, in denen auch große deutsche Hersteller produzieren lassen? Die globalisierte Sneakerproduktion sucht ihre Standorte vor allem danach aus, wo es am billigsten ist. Besonders beliebt sind Kambodscha und Vietnam, wo Stundenlöhne im Centbereich liegen. In China, wo die Löhne langsam steigen, drohen die Hersteller bereits mit Abwanderung. Während große Sportartikelkonzerne ihre Gewinne rasant steigern, zahlen andere den Preis dafür. Hungerlöhne, verpestete Luft und ein gnadenloser Wettbewerb lassen das Kultobjekt Sneaker in einem neuen Licht erscheinen. Christian Jentzsch hat sich auf eine Recherchereise hinter die schönen Fassaden der Lifestyle-Industrie begeben und fragt: Was ist drin und was ist dran - und wer zahlt den wahren Preis für die Sportschuhe? Mehrere Organisationen haben sich zu der Kampagne "Change Your Shoes" zusammengeschlossen, um sich für eine nachhaltige Sneakerproduktion einzusetzen. Insbesondere in den Bereichen Arbeits- und Umweltschutz, aber auch bei der Verwendung von gefährlichen Chemikalien gibt es noch großen Nachholbedarf.

23.3., WDR Fernsehen, 22.40 Uhr: "Menschen hautnah: Die vertauschten Babys II"

Marianne und Marlies sind am selben Tag im selben Krankenhaus geboren. Dieser Zufall hat ihr Leben für immer verändert, denn Marianne und Marlies wurden kurz nach ihrer Geburt vertauscht. Sie wuchsen in zwei Welten auf, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Marlies verbrachte eine wohlbehütete Kindheit in bürgerlichen Verhältnissen in Ostdeutschland. Marianne hatte eine schlimme Kindheit in Westberlin. Sie wurde körperlich misshandelt und sexuell missbraucht. Marianne wollte diese Kindheit eigentlich für immer vergraben. Niemand sollte erfahren, was sie erleben musste.
Ein Anruf vor elf Jahren ändert alles und stellt ihr bisheriges Leben auf den Kopf. Die Anruferin - Karin - erzählt von ihrer Vermutung, dass nicht Marlies, sondern Marianne ihre Schwester sein könnte. Zwei Tage später sehen sich die beiden Frauen zum ersten Mal und wissen sofort: Wir sind Schwestern. Sie machen einen DNS-Test und erhalten den Beweis. Marianne ist die Tochter von Karins Mutter. Sie wurde durch den Fehler einer Hebamme kurz nach ihrer Geburt vertauscht.
Was wäre aus ihrem Leben geworden, hätte es diesen Moment nicht gegeben? Wäre es ein glücklicheres Leben geworden? Diese Frage stellt sich Marianne immer wieder.
Begleitet von einem Filmteam machten sich die Schwestern vor eineinhalb Jahren auf die Suche nach Mariannes verlorenem Leben. Im damaligen ersten Film erzählte Marianne ihrer Schwester, dass sie mit 13 Jahren ein Kind bekommen hat. Dieses Kind - ein Mädchen - musste sie aber direkt nach der Geburt zur Adoption freigeben. Marianne hat nie wieder etwas von diesem Kind gehört und wollte auch keinen Kontakt. Ihre Schwester Karin konnte diese Entscheidung nicht verstehen und hoffte, dass Marianne ihre Tochter eines Tages suchen würde; damit endeten die Dreharbeiten.
Einige Monate später meldete sich die unbekannte Tochter. Eine Freundin hatte ihr von der Reportage erzählt und gemeint, es könnte sich dabei um ihre Mutter handeln. Das Jugendamt stellte einen Kontakt zwischen Mutter und Tochter her. Erneut ist Autorin Gabriele Jenk dabei und begleitet Marianne und ihre Tochter bei der ersten Begegnung nach 48 Jahren.

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