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Psychedelika
Wie ich Pilze nahm, um Gott zu finden
Wäre ich allein gewesen, hätte ich sterben können. Es ist gegen Ende meines Magic-Mushroom-Trips: Ich greife nach meiner Wasserflasche und kann sie nicht mehr öffnen. Ich weiß nicht mehr, wo ich bin. Als ich auf meine Arme blicke, sehe ich riesige Schweißperlen. Eine Frau in Weiß bringt mir eine Dattel. Ihre Fragen verstehe ich, doch antworten kann ich nicht. Sprechen ist mir unmöglich, nur nicken geht noch. Ich halte die Dattel in meinen Fingern, sehe sie an, zerquetsche sie und weiß nicht, was ich damit tun soll. Wieder kommt die Frau, dieses Mal ein Glas Orangensaft in der Hand. Sie flößt es mir vorsichtig ein und füttert mich mit Trauben und Erdnüssen. "Der Trip ist jetzt vorbei", sagt eine andere Frau. "Geht alle bitte raus in den Garten."
Ich liege auf meiner Matratze und weiß nicht wie. Es ist, als hätte jemand mit einer Schere die Schnur zwischen meinem Kopf und meinem Körper durchtrennt. Mein Gehirn ist immer noch in anderen Sphären unterwegs, während mein Körper einfach nur liegen will. Irgendwie schafft es mein Körper aber doch aufzustehen, nimmt sich meine Brille vom Fensterbrett und geht raus in den Garten und weiter ins Haus. Dort sitzt er nun auf der Bettkante, und langsam kommt auch mein Kopf zurück in die Realität.
Rückblickend frage ich mich: Warum um Himmels willen habe ich mir das angetan? Und genau in dieser Frage steckt auch schon ein Teil der Antwort: um des Himmels willen. Schon länger treibt mich die Frage um: Gibt es einen Gott? Und wenn ja, was muss ich mir darunter vorstellen?



