Pat Sullivan / picture-alliance / AP; Hand-robot / Getty Images, [M] chrismon
Todesstrafe in den USA
Alle sollen sehen, dass es grausam ist
Die Menschen in den USA diskutieren über die Todesstrafe. Zwei Nachrichten wühlen das Land auf: Zum einen misslang die Hinrichtung von Christa Pike auf verstörende Weise. Sie erhielt zwei Spritzen mit einem überdosierten Schlafmittel. Pike hatte zuvor angegeben, dass Blutentnahmen ihr immer wieder Probleme bereitet hätten. Es zeigte sich: Pike hatte die Wahrheit gesagt. Nach Angaben ihrer Anwälte brauchte das Hinrichtungsteam mindestens sieben Nadeln, um einen Zugang zu legen. Später brachte man Christa Pike in ein Krankenhaus. Ihre Anwälte gingen bereits davon aus, dass sie hirntot sei und die Beatmungsmaschine abgeschaltet werde, als sie wieder zu sprechen begann. Mittlerweile ist sie wieder inhaftiert.
Christa Pike ist heute 50 Jahre alt. Als 18-Jährige war sie an einem grauenvollen Mord beteiligt. Ein Gericht sah als erwiesen an, dass Pike mit ihrem damaligen Freund und einer weiteren Person eine Mitschülerin grausam mit einem Teppichmesser gefoltert und später umgebracht habe. Pike wuchs in schwierigen Verhältnissen auf, sie wurde jahrelang sexuell missbraucht und ist psychisch krank. Doch ihre Pflichtverteidiger brachten das im Prozess kaum zur Sprache; nach Angaben ihres heutigen Anwalts erfuhren die Geschworenen nichts von dem Missbrauch.
Wie unter einem Brennglas zeigt der Fall Christa Pike zentrale Kritikpunkte auf, die Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International seit Jahrzehnten an der Todesstrafe üben: ...



