Würzburg (epd). Menschliche Verantwortung muss aus Sicht der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, Voraussetzung für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) bleiben. Es müsse daran gearbeitet werden, „dass Entscheidungen über den Einsatz von KI demokratisch legitimiert bleiben und Verantwortung nicht an Maschinen de-legiert wird“, sagte die Hamburger Bischöfin am Sonntag bei der Tagung der EKD-Synode in Würzburg. Der Mensch müsse verantworten, welche Ziele er dieser im Kern nicht nur künstlichen, sondern auch subjektlosen Intelligenz vorgibt und welche Entscheidungen er ihr überlässt.
Fehrs verwies auf jüngste Berichte aus US-Techkonzernen, wonach KI-Entwicklungen teils außer Kontrolle geraten seien. Wenn sich KI-Tools in einer von den Machern nicht erwarteten Weise gegen den Menschen wendeten, „bleiben wir doch verantwortlich“, betonte die Theologin.
„Wachheit und Sensibilität“ gefordert
Sie nannte die „Unübersichtlichkeit der großen Chancen, aber auch Gefahren von KI“ eine Herausforderung. „Wir brauchen eine neue Art ethischer Wachheit und Sensibilität“, forderte die EKD-Ratsvorsitzende.
Technik biete den Menschen keine Erlösung, sagte Fehrs in ihrem Bericht an die Synodalen.: „Auch die leistungsfähigste KI bleibt auf Server, Energie und materielle Voraussetzungen angewiesen - und ist damit Teil dieser vergänglichen Welt.“
Die viertägigen Beratungen des EKD-Kirchenparlaments waren am Morgen mit einem Gottesdienst eröffnet worden. Im Schwerpunkt berät die Synode über Demokratie. Dazu wird für Dienstag auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet.




