Frankfurt a.M. (epd). Tausende Menschen haben in Frankfurt am Main gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran demonstriert. Rund um den Frankfurter Römerberg hätten sich bis zum Mittag rund 3.500 Demonstrierende versammelt, sagte Polizeisprecher Patrick Rüter am Samstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zu einer Kundgebung im Ostpark seien weitere 2.000 Menschen gekommen. Zwischenfälle habe es bislang nicht gegeben, sagte Rüter.
Daneben sind weitere Kundgebungen in der Frankfurter Innenstadt geplant, die sich teilweise bis in den Abend hinein ziehen sollen. Dafür sind insgesamt bis zu 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet.
Preis stellvertretend an Reza Pahlavi
Anlass der Kundgebungen war die Verleihung des Freiheitspreises der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung an das iranische Volk am Samstag in der Frankfurter Paulskirche. Stellvertretend für das Volk empfing Reza Pahlavi die Ehrung, der Sohn des durch die islamistische Revolution 1979 gestürzten Schahs Mohammed Reza Pahlavi.
Die Stiftung habe Reza Pahlavi gebeten, den Preis treuhänderisch entgegenzunehmen, da er die bekannteste Persönlichkeit der iranischen Opposition sei und sich für die Rückkehr zu Freiheit und Demokratie im Iran einsetze, hieß es. Die Vergabe an Reza Pahlavi ist allerdings umstritten, da er nicht die gesamte, vielfältige Opposition gegen das Regime in Teheran repräsentiere.
Mit dem Freiheitspreis zeichnet die Friedrich-Naumann-Stiftung seit 2006 alle zwei Jahre herausragendes Engagement für die Entwicklung der liberalen Bürgergesellschaft aus. Preisträger waren zuletzt die Verlegerin Friede Springer (2020), die slowakische Juristin, Umweltaktivistin und sozialliberale Politikerin Zuzana Caputová (2022) und der russische Journalist und Oppositionelle Vladimir Vladimirovich Kara-Murza (2024).




