Der US-amerikanische Präsident Donald Trump ist von der Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" auf die Liste der weltweit größten "Feindinnen und Feinde der Pressefreiheit" gesetzt worden. Er und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi seien neu auf der Liste, teilte "Reporter ohne Grenzen" am Montag in Berlin mit. Laut "Reporter ohne Grenzen" stellt die sogenannte Feindesliste exemplarisch Akteure vor, die die Pressefreiheit gezielt und massiv untergraben.
"Die USA unter Donald Trump zeigen, wie schnell sich die Lage der Pressefreiheit verschlechtern kann, wenn politische Macht dazu eingesetzt wird, unliebsame Medien einzuschüchtern und ihre Arbeit zu behindern. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit hat der US-Präsident seine Angriffe auf die Presse massiv ausgeweitet", hieß es anlässlich des Internationalen Tags zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten am 2. November. Die USA belegen in der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" inzwischen Platz 64 von 180 Ländern.
Missbräuchliche Gerichtsverfahren
Ägyptens Präsident Al-Sisi habe allein in den vergangenen Wochen Journalisten des Faktencheck-Portals "Matsadaash" inhaftieren und die unabhängige Nachrichtenseite "Mada Masr" schließen lassen. Mittels missbräuchlicher Gerichtsverfahren lasse Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew Berufsverbote gegen Journalisten erteilen. In Burkina Faso organisiere das Bataillon d’intervention rapide de la communication (BIR-C) koordinierte Online-Angriffe und Einschüchterungskampagnen gegen Journalisten, die die Militärdiktatur unter Ibrahim Traoré kritisieren, teilte die Organisation weiter mit.
Überdies verschärfe die Macht großer Technologiekonzerne über digitale Märkte und Werbeeinnahmen die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage vieler Medien. Die Technologiekonzerne Alphabet (Google, YouTube) und Meta (Facebook, Instagram, Threads, WhatsApp) schwächten die Medien finanziell. Der weltweite Werbemarkt habe 2026 ein Volumen von mehr als 1,3 Billionen US-Dollar erreicht, "aber nicht der Journalismus profitiert, sondern allen voran die Digitalkonzerne selbst".




