Berlin (epd). Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat die Fokussierung auf Gewaltvorfälle im Umfeld einiger „Gen Z regelt“-Proteste kritisiert. Sie habe den Eindruck, dass die Debatte für einige, die sich nicht ernsthaft für die Belange junger Menschen interessierten, „so eine Art gefundenes Fressen“ sei, sagte Neubauer am Montag im RBB-Hörfunk. Die Art und Weise, wie über die Proteste geredet werde, „symbolisiert alles, was schiefläuft“, erklärte Neubauer: „Junge Menschen tun sich zusammen, und man behandelt die wie so einen Fremdkörper, vor dem man erst mal Angst haben muss.“
Sie begrüßte gleichzeitig, dass etwa Bundesjugendministerin Karin Prien (CDU) angekündigt hatte, mit jungen Menschen reden zu wollen. Es müsse allerdings bezweifelt werden, wie erfolgreich solche Gespräche seien können, argumentierte Neubauer. Die Initiative „Gen Z regelt“ müsse weiter protestieren und Druck aufbauen, damit es nicht nur bei einem „freundlichen Gespräch“ bleibt, sagte sie auch mit dem Blick auf den Erfolg der Klimabewegung Fridays for Future.
Strategisches Profil schärfen
Sie riet „Gen Z regelt“, ihr strategisches Profil und ihre Anliegen zu schärfen. „Es ist einfach leichter, Druck aufzubauen, wenn man Forderungen fokussieren kann.“ Die „Gen Z regelt“-Proteste richteten sich gegen Missstände in der Bildung, soziale Ungerechtigkeiten, steigende Lebenshaltungskosten und Militarisierung.
Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte am Samstag zu Protesten in mehr als 30 deutschen Städten aufgerufen. Überschattet wurden die Demonstrationen, die vielerorts zunächst weitgehend friedlich verliefen, insbesondere von Ausschreitungen in Frankfurt am Main.




