Köln (epd). Bundesjugendministerin Karin Prien (CDU) mahnt zu einem differenzierten Blick auf die „Gen Z regelt“-Proteste am Samstag. Prien sprach am Montag im Deutschlandfunk von „weitestgehend friedlichen Demonstrationen“, an denen sehr viel weniger Menschen teilgenommen hätten als erwartet. Als diese Demonstrationen bereits zu Ende waren, sei es zu „Gewaltexzessen von linksradikalen Gruppen“ gekommen. „Aber eben auch von anderen, die wohl auch aus migrantischen Milieus stammen“, sagte die CDU-Politikerin.
Es gehe nicht darum, Ressentiments zu schüren. „Hier geht es darum, die Realität zu betrachten“, sagte Prien. Über die Ursachen, warum die Integration mancher Gruppen nicht gelinge, solle gesprochen werden.
„Den jungen Leuten zuhören“
Die Ministerin sagte: „Mir wäre wichtig, dass wir den jungen Leuten zuhören. Nicht denen, die Gewalt ausüben, aber den anderen.“ Prien räumte unter anderem ein, dass in der Rentendebatte der Fokus mehr auf die junge Generation gelegt werden sollte, anstatt zugunsten der aktuellen Rentnerinnen und Rentner zu handeln.
Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte für Samstag zu Protesten in mehr als 30 Städten aufgerufen. Die Initiative beklagt Missstände in der Bildung, soziale Ungerechtigkeiten, steigende Lebenshaltungskosten und spricht sich gegen Militarisierung aus.
Überschattet wurden die Demonstrationen, die vielerorts zunächst weitgehend friedlich verliefen, insbesondere von Ausschreitungen in Frankfurt am Main. Dort eskalierte die Lage am Samstagabend nach der Demonstration. Mehr als 100 Polizistinnen und Polizisten wurden laut dem hessischen Innenminister Roman Poseck (CDU) verletzt. 17 Geschäfte seien in der Nacht beschädigt, 5 davon ausgeplündert worden. Gewaltsame Zwischenfälle wurden auch aus Hamburg und Köln gemeldet.




