Köln (epd). Der deutsche Arbeitsmarkt ist zunehmend auf Auszubildende aus dem Ausland angewiesen. Laut einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sank die Zahl deutscher Auszubildender im Alter von 15 bis unter 35 Jahren von ihrem Höchststand von rund 1,7 Millionen im Jahr 2008 bis 2025 um 23 Prozent auf etwa 1,3 Millionen. Dagegen stieg die Zahl ausländischer Auszubildender dieser Altersgruppe von mehr als 71.000 im Jahr 2004 auf inzwischen über 250.000. Die Zahl habe sich „mehr als verdreifacht“, heißt es in der Studie. Über die Untersuchung hatte zunächst die „Rheinische Post“ (Freitag) berichtet.
Der Anteil ausländischer Azubis an allen Auszubildenden erhöhte sich damit von 5,3 Prozent im Jahr 1999 auf 16,3 Prozent im Jahr 2025. Ausländische Jugendliche und Heranwachsende würden zunehmend dabei helfen, die demografiebedingte Lücke am deutschen Ausbildungsmarkt zu schließen, hieß es. „Die Zunahme ausländischer Auszubildender konnte den Rückgang deutscher Auszubildender zwar nicht vollständig ausgleichen, hat dessen Wirkung aber spürbar abgefedert“, erklärten die Studienautoren. Die duale Ausbildung sei dadurch „auf einem vergleichsweise stabilen Niveau“ geblieben.
Zuwanderung reicht für Sicherung der Fachkräfte allein nicht aus
Die Internationalisierung des Ausbildungsmarktes sei „zu einem nennenswerten Teil“ eine Reaktion auf den demografischen Rückgang und die anhaltenden Fachkräfteengpässe. Allerdings reiche die Zuwanderung zur Fachkräftesicherung allein nicht aus. Entscheidend sind laut der Studie „verlässliche Rahmenbedingungen entlang der gesamten Prozesskette“. Dazu gehörten gezielte Anwerbung, Sprachförderung, Berufsorientierung, Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche, erfolgreiche Übergänge in Ausbildung, klare Aufenthalts- und Verwaltungsverfahren sowie Begleitung in Betrieb und Berufsschule.
Ein „zunehmend wichtiger Kanal“ wird deshalb nach Ansicht der Studienautoren die Anwerbung von Auszubildenden aus dem Ausland sein. Hierzu sollte die von der Bundesregierung geplante Work-and-Stay-Agentur (WSA) beitragen, die mehr Jugendliche aus dem Ausland für eine Ausbildung in Deutschland gewinnen und langfristig halten soll.




