Berlin, Caracas (epd). Nach zehn Monaten im Exil ist die führende venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado zurück in Venezuela. Am Sonntagabend (Ortszeit) erreichte Machado in einem Auto die Hauptstadt Caracas. Auf der Plattform X verbreitete sie Videos, in denen sie von Tausenden jubelnden Menschen umringt in einer Karawane durch die Stadt fährt. Dazu schrieb die Politikerin: „In Venezuela! Gemeinsam! Für die Freiheit!“
Die aufgrund eines Haftbefehls im venezolanischen Untergrund lebende Machado hatte im Dezember 2025 das südamerikanische Land verlassen, um bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo anwesend zu sein. Aus logistischen Gründen verpasste sie den Termin jedoch. Ihre Tochter nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, die Gunst von US-Präsident Donald Trump zu gewinnen, hielt sich die 59-Jährige im Exil in Panama auf.
Machado zuvor nicht zu Reformgesprächen eingeladen
US-Außenminister Marco Rubio schrieb zur Rückkehr der Oppositionspolitikerin auf X, diese sei ein direktes Resultat der Gespräche zwischen Teilen der Opposition und der US-Regierung. Alle oppositionellen Kräfte sollten diese Gespräche unterstützen, da sie zu einer „lang andauernden Demokratie“ führen werden, schrieb Rubio weiter. Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez äußerte sich nicht.
Im Januar hatten die USA den bislang regierenden Staatschef Nicolás Maduro zusammen mit dessen Frau Cilia Flores aus Venezuela entführt, um sie in New York vor Gericht zu stellen. Die Amtsgeschäfte übernahm daraufhin die bisherige Vizepräsidentin Rodríguez.
Nach dem verheerenden Erdbeben von Ende Juni zeigte sich die Regierung auf Druck der USA zu Verhandlungen mit der Opposition bereit. Dabei einigten man sich auf eine Überprüfung repressiver Gesetze und eine Reform des Justizsystems. Die bei US-Präsident Trump in Ungnade gefallene Machado war nicht zu den Gesprächen eingeladen.




