Der Beauftragte der Evangelischen Landeskirchen für Landtag und Landesregierung, Ralph Hartmann, hat die politische Rolle von Kirche betont. Auch wenn die Kirche selbst keine Politik mache - "die Wirksamkeit in die Gesellschaft macht uns politisch", sagt der Theologe. Als ein Beispiel nannte er die Arbeit der Kirchen im ländlichen Raum.
Gerade auf dem Land seien sie neben Sportvereinen und der Feuerwehr verlässliche Ansprechpartnerinnen, sagt der frühere Mannheimer Dekan. Das müsse erhalten bleiben. Als weitere Beispiele für gesellschaftliches Wirken nennt Hartmann Quartiersarbeit und Mittagstische. Dort könnten Menschen sich treffen und würden gehört.
Diese Begegnungen würden auch Vereinsamung vorbeugen. Die Kirchen müssten noch stärker deutlich machen, wofür sie stehen, mahnt Hartmann. Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung gehe es um eine klare Haltung und eine Perspektive der Versöhnung.
Perspektive der Versöhnung in Gesellschaft bringen
Aufgabe von Kirche sei es, Menschen zusammenzubringen. Das gelinge durch Zuhören und eine größere Toleranz sowie Zuversicht und Vertrauen. In Stuttgart erfahre er eine "bemerkenswerte Wertschätzung" für die Kirchen, die von der Politik als verlässliche Institution wahrgenommen würden.
Das Evangelische Büro ist die "diplomatische Vertretung" der beiden Landeskirchen in Baden-Württemberg bei Landtag und Landesregierung. Es vertritt die Interessen der beiden evangelischen Landeskirchen in den Bereichen, in denen – bei einer klaren Trennung von Staat und Kirche – Berührungspunkte bestehen. Ein Evangelisches Büro gibt es in jedem Bundesland ebenso wie am Sitz der Bundesregierung in Berlin.




