Magazin "Emma" stellt Erscheinen ein

Alice Schwarzer
epd-bild/Christian Ditsch
Die Publizistin Alice Schwarzer ist die Gründerin der Zeitschrift Emma (hier im Bild bei der Kundgebung 'Aufstand für den Frieden' in Berlin am 25.02.2023.).
Nach 50 Jahren
Magazin "Emma" stellt Erscheinen ein
In der deutschen Pressegeschichte endet eine Ära: Ab dem Jahresende gibt es das feministische Magazin "Emma" nicht mehr. "Emma" habe Deutschland ein Stück weit verändert, erklärt die Gründerin Alice Schwarzer.

Das Magazin "Emma" wird nach 50 Jahren eingestellt. Die Ausgabe vom 8. Dezember werde die letzte der feministischen Zeitschrift sein, die 1977 erstmals erschienen war, teilt die Emma Frauenverlags GmbH am Mittwoch in Köln mit. Als digitales Forum für feministische Information und Kommunikation soll "Emma" fortbestehen.

In der vorletzten Ausgabe, die ab dem nächsten Dienstag am Kiosk erhältlich ist, heißt es: "Wir müssen nicht aufhören, zumindest nicht aus ökonomischen Gründen. Wir, die 'Emma'-Macherinnen, sind ganz einfach erschöpft." Doch die 50 Jahre wolle man rund machen: "Und dann stolz erhobenen Hauptes gehen, statt allmählich davonzuschleichen."

"Emma" ist eng mit ihrer Gründerin, der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, und dem Feminismus in der Bundesrepublik Deutschland verbunden. Die 83-Jährige erklärt: "Wir haben gezeigt, wozu ein professioneller, engagierter, feministischer Journalismus fähig ist." "Emma" habe Deutschland ein Stück weit verändert.

Schwarzer: "Emma" hat Debatten angestoßen

Die Zeitschrift habe informiert, aufgeklärt, analysiert und provoziert. "Sie hat Debatten angestoßen, Gesetze geprägt und Menschen ermutigt", erklärt Schwarzer: "Rebellische Mädchen wurden ab 1977 auf dem Schulhof gerne Emma (oder Alice) genannt." Nach 50 Jahren und 398 Ausgaben mit 36.584 Seiten verlasse das Magazin die Bühne.

Das Magazin "Emma" wird nach 50 Jahren eingestellt. Die Ausgabe vom 8. Dezember wird die letzte der feministischen Zeitschrift sein.

Das Archiv werde vollständig in den Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach aufgenommen. Es soll ab 2029 Interessierten, Medien und Forschung offenstehen. Wie genau das digitale "Emma"-Forum aussehen wird, blieb zunächst unklar. Realisierbaren Ideen seien keine Grenzen gesetzt, heißt es.

In der letzten Ausgabe des Magazins im Dezember wolle die Redaktion die großen Themen der "Emma" aus den letzten 50 Jahren resümieren, schreiben die Macherinnen in der vorletzten Ausgabe und erklären: "Wir sind stolz auf 'Emma'." Das Magazin habe sich oft gegen den Strom positioniert, auch innerhalb der feministischen Community. In dem Text an die Leserinnen und Leser heißt es auch, man sei schwer angefeindet worden, auch von manchen Feministinnen, wegen "Kritik an der gefährlichen Transideologie".

Nach der könne sich "jeder Mann qua Sprechakt zur Frau erklären, und jungen Mädchen werden bei ihrem berechtigten Unbehagen an der Frauenrolle suggeriert, sie müssten nur Hormone spritzen und sich die Brüste abnehmen lassen, dann wäre das Problem schon geregelt", schreiben die "Emma"-Macherinnen, ohne einen Bezug zur rechtlichen und gesellschaftlichen Realität in Deutschland auszuführen.