Kretschmann: "Meine Sommer sind gezählt"

Kretschmann: "Meine Sommer sind gezählt"
"Ich muss mich auf den Tod vorbereiten": Der frühere Ministerpräsident macht sich Gedanken über das Ende seines Lebens.

Hamburg (epd). Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) macht sich Gedanken über das Ende seines Lebens. „Meine Sommer sind gezählt, und ich muss mich auf den Tod vorbereiten“, sagte der 78-Jährige dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

„Ich kenne weder den Tag noch die Stunde, wie es in der Schrift richtig heißt. Aber mit dem Alter rückt er einfach näher.“ Das Leben verwandle sich mehr und mehr in Erinnerung. Er wünsche sich, so aus dem Leben zu scheiden, wie er aus dem Amt geschieden sei. „Ich habe das ohne Hadern und Schmerzen hinbekommen. Aber das hat man natürlich nicht in der Hand“, sagte der Katholik, der nach eigenen Angaben gerade Joseph Ratzingers Buch „Einführung in das Christentum“ liest.

„Ich will richtig beerdigt werden“

Er habe letztens mit seiner Frau besprochen, „dass wir endlich eine Patientenverfügung machen“. Noch wisse er nicht, wo er begraben sein wolle. „Was ich weiß, ist, dass ich ganzkörperhaft begraben werden will.“

Kretschmann beobachtet einen Wandel in der Bestattungskultur: „Fast niemand mehr lässt sich ganz normal bestatten mit einem Sarg in einem Grab und dann Erde drauf.“ Er habe einst das Bestattungsgesetz novelliert, da seien Wünsche geäußert worden nach Beerdigungen im Garten, der Urne im Wohnzimmer oder Asche „in einer Kapsel im Weltall“. Der Ruheständler betonte: „Also ich will richtig beerdigt werden.“

Kretschmann war von 2011 bis 2026 Regierungschef in Baden-Württemberg.