Berlin (epd). Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt weiter. Bis Ende August seien beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben 12.102 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung eingegangen, schreiben die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag). Das sind bereits mehr als dreimal so viel wie im Gesamtjahr 2025, als es 3.879 Anträge gab.
Mit dem Start der Wehrerfassung aller 18-Jährigen zu Jahresbeginn haben sich die Zahlen deutlich erhöht. Seit dem Aussetzen der Wehrpflicht gab es zunächst nur wenige hundert Anträge pro Jahr. 2022 näherte sich ihre Zahl wieder dem vierstelligen Bereich, 951 waren es damals. 2023 waren es dann 1.079. 2024 zählte das Bundesamt 2.249 Anträge.
Bundesamt spricht von Falschinformationen im Internet
Die Behörde sprach dem Funke-Bericht zufolge von Problemen bei den Anträgen. Derzeit werde eine „hohe Zahl an fehlgeleiteten Anträgen beobachtet, die mit nicht anerkennungsfähigem Inhalt eingehen und unbearbeitet zurückgesandt werden müssen“, sagte eine Sprecherin. Es kursierten Falschinformationen zum Weg und Inhalt einer Antragstellung auf Kriegsdienstverweigerung, unter anderem in den sozialen Medien.
Seit 1. Januar werden alle jungen Menschen kurz nach deren 18. Geburtstag angeschrieben, um ihr Interesse an einem Dienst in der Truppe abzufragen und sie zu erfassen. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, Frauen ist es freigestellt. Die im Grundgesetz verankerte Wehrpflicht ist seit 2011 ausgesetzt. Allerdings soll auf freiwilliger Basis die Zahl der Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr erhöht werden.




