Friedensbündnis warnt vor Militarisierung

Friedensbündnis warnt vor Militarisierung
Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden stellt sich gegen militärische Reflexe als Antwort auf Bedrohungen. In einer Resolution fordert sie einen Fokus auf die Verhinderung von Gewalt.

Bonn, Stuttgart (epd). Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) warnt vor militärischer Stärke als Antwort auf internationale Unsicherheit. „Eine demokratische, dem Frieden und der Freiheit verpflichtete Antwort auf eine militarisierte Welt darf nicht darin bestehen, selbst immer stärker der Logik der Militarisierung zu folgen“, heißt es in einer am Sonntag vorgestellten Resolution des Dachverbands, die auf der Mitgliederversammlung in Bad Cannstatt beschlossen wurde. „Sie muss reale Bedrohungen ernst nehmen, ohne militärische Reflexe an die Stelle politischer Orientierung treten zu lassen.“ Gewalt müsse verhindert, Eskalation begrenzt, Konflikte politisch und gesellschaftlich bearbeitet sowie internationale Regeln gestärkt werden.

Militarisierungstendenzen seien auch in Deutschland zu beobachten mit Blick auf das Ziel, die stärkste konventionelle Armee Europas zu stellen, Debatten über Wehrpflichtmodelle und die Präsenz von Militär im öffentlichen Raum mit Werbe- und Nachwuchskampagnen der Bundeswehr, erklärt der Friedensverband. Eine militärische Verteidigungsfähigkeit dürfe weder zum Selbstzweck noch zum Leitprinzip von Politik und Gesellschaft werden. „Militärische Mittel müssen rechtlich gebunden, demokratisch kontrolliert, strategisch begründet und dem Ziel politischer Konflikttransformation untergeordnet bleiben“, heißt es in der Resolution.

Zusammenschluss von 32 Organisationen

In der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden mit Sitz in Bonn haben sich nach eigenen Angaben 32 Organisationen und Initiativen im Bereich der evangelischen Kirche, in der Verbindung zur ökumenischen Bewegung und in der Menschenrechtsarbeit zusammengeschlossen. Sie versteht sich demnach als Fachverband für Friedensarbeit und Friedenspolitik und arbeitet an der kontinuierlichen Qualifizierung und Aktualisierung christlichen Friedenshandelns.