Brasilien legt weltweiten Plan zum Ausstieg aus fossilen Energien vor

Brasilien legt weltweiten Plan zum Ausstieg aus fossilen Energien vor
Zum Abschluss seines einjährigen Vorsitzes der Weltklimakonferenz hat Brasilien erstmals einen weltweiten Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas präsentiert. Die Vorschläge sind jedoch nicht bindend.

Brasilia, Berlin (epd). Wenige Tage vor Beginn der 31. Weltklimakonferenz hat das Gastgeberland 2025, Brasilien, erstmals einen internationalen Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energien vorgelegt. Ziel sei es, den weltweiten Nettoausstoß von Treibhausgasen auf „gerechte, geordnete und ausgewogene Weise“ basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen bis 2050 auf null zu reduzieren, heißt es in dem am Dienstag in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia vorgestellten Dokument. Die darin beschriebenen Schritte sind jedoch freiwillig und nicht rechtlich bindend; sie beinhalten zudem keine konkreten nationalen Zielmarken.

Der Energiesektor verursache rund 75 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, heißt es in dem Papier. Jedes Land müsse abhängig von seiner jeweiligen Ausgangslage mit konkreten Maßnahmen beginnen. Die Förderung fossiler Energieträger solle dabei parallel zur Nachfrage zurückgehen, während erneuerbare Energien ausreichend ausgebaut werden müssten. Auch einen Fahrplan zum Thema Waldschutz legte Brasilien zum Abschluss seines einjährigen COP-Vorsitzes vor.

Bislang keine Einigung auf verbindlichen weltweiten Plan

Die Weltklimakonferenz im vergangenen Jahr (COP 30) fand unter brasilianischem Vorsitz in der Küstenstadt Belém statt. Ein weltweit verbindlicher Plan für die Abkehr von Kohle, Öl und Gas war dabei ein zentrales Verhandlungsthema. Die zweiwöchige Konferenz endete jedoch ohne eine entsprechende Einigung. Die 31. Weltklimakonferenz beginnt am 9. November in Antalya. Den Vorsitz des zweiwöchigen Gipfels teilen sich die Türkei als Gastgeberland und Australien.

Deutschland hatte im September bei den Vereinten Nationen einen nationalen Fahrplan für den schrittweisen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas vorgelegt, um den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen bis 2045 auf null zu reduzieren. Nach Frankreich und den Niederlanden war die Bundesrepublik damit das dritte Land, das einen entsprechenden Plan auf nationaler Ebene präsentierte. Der durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas verursachte Ausstoß von Kohlendioxid ist eine wesentliche Ursache des menschengemachten Klimawandel.