Zwölf Ermutigungen für die Kirche von morgen
Vier Hauptamtliche machen sich hier auf den Weg und schreiben zwölf Ermutigungen für eine Kirche von morgen.
Dass sich Kirche ändern muss, wenn sie bei den Menschen ankommen will, steht ausser Frage. Dass es dafür noch stärker den Einsatz von Ehrenamtlichen geben muss, weil die Zahl der Hauptamtlichen sinkt, ebenfalls. Darüber sind sich im Buch alle einig. Und ja, das Buch richtet sich meiner Meinung nach an beide: an Haupt- und Ehrenamtliche. Denn die Rollen für Haupt- und Ehrenamtliche müssen sich sehr verändern. Zitat: "Ehrenamtliche helfen nicht ..., sie sind die Kirche." Mir ist jedoch schon im Vorwort aufgefallen, dass dort von einem Hauptamtlichen gesagt wird, die Bezahlung trete in den Hintergrund und Verantwortliche wird es geben, egal, ob mit oder ohne Geld.
Im Buch gibt es viele gute Gedanken und Ansätze, es wäre wunderbar, wenn sie in naher Zukunft umgesetzt würden. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass das in den meisten Pfarrhäusern und leider auch Kirchenvorständen noch nicht ansatzweise gedacht wird. Weil es nicht um Geld geht, sondern um Konkurrenz und Statusverlust.
Für Menschen, egal ob im Ehren- oder Hauptamt, die an eine Kirche von morgen denken. Andrea Zimmermann
Vogt, Fabian: Ehre und Amt. Zwölf Ermutigungen für die Kirche von morgen. Fabian Vogt. Mit Svenja Neumann, Axel Ebert u. Simone Möhring. Leipzig: Ed. Chrismon 2026. 86 S. ; 19 cm. ISBN 978-3-96038-459-5, kt.: 10,00 €
Gott wohnt in der Platte
15 Plädoyers dafür, besonders Menschen aus den "niedrigen" sozialen Schichten in der Kirche willkommen zu heißen.
15 ganz unterschiedliche sehr kluge Aufsätze verschiedener, äußerst engagierter Autor*innen haben ein Ziel: Sie belegen, wie wichtig es ist, dass Kirche kein exklusiver Club für die Frommen bleibt, sondern ein Ort wird, an dem Menschen in ihrer ganzen Vielfalt, besonders aus den sogenannten "niedrigen" sozialen Schichten, willkommen sind. Man erfährt vom "Lebensraum Platte" besonders in Ostdeutschland, dessen Bewohner*innen in der Kirchengemeinde unterrepräsentiert sind und wie es gelingen kann, genau diese Zielgruppe auf Augenhöhe in die christliche Gemeinschaft zu integrieren. Dass es keine leichte Aufgabe ist, diesen Menschen Raum, Gehör und eine Stimme zu geben, ihre Kultur und damit ihre Art zu glauben wertschätzend zu betrachten, versteht sich von selbst. Gelingt dies, winkt ein besonderer Gewinn für Kirchen und Gemeinden. Impulse, Denkanstöße.
Ein Buch für Engagierte, die Gesellschaft als Ganzes in den Blick nehmen wollen und den Mut haben, Bestehendes zu hinterfragen. Martina Mattes
Gott wohnt in der Platte. Warum es für Kirche auf Augenhöhe mehr braucht als Almosen. Hg. von Anna Babbel, Samuel Kloft u. Stefanie Kloft. Mit Beiträgen von Ira Schneider u.a. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl. 2026. 175 S. ; 22 cm.
ISBN 978-3-7615-7106-4, kt.: 22,00 €
Mit Gott gegen die Demokratie
Gut recherchiertes Sachbuch über die verheerende Verbindung von politischer Macht mit religiösen Vorstellungen.
Seit Trumps zweiter Amtszeit als US-Präsident hat sich ein Netzwerk aus Personen um ihn geschart, die einen christlichen Nationalismus vertreten. Diese Gruppe, in der amerikanischen Bevölkerung eigentlich eine Minderheit, hat ihn wieder ins Weiße Haus gebracht.
Im ersten Teil des Buches beleuchtet der Autor das christlich-nationalistische Umfeld Trumps. Das ist interessant, weil über die Hintermänner dieses schrillen Präsidenten wenig bekannt ist. Der zweite Teil widmet sich der Frage nach historischen Vergleichen insbesondere mit der Nazi-Zeit. Rutschen die USA in den Faschismus ab und was bedeutet das für Europa? Der letzte Teil beleuchtet die Ideen Bonhoeffers und betont die Bedeutung und die Verantwortung der Kirche für Demokratien. Zum Schluss entwirft der Autor ein Worst- und ein Best-Case-Szenario. So endet das Buch hoffnungsvoller, als es beginnt.
Geeignet für politisch interessierte Gesprächskreise. Wiebke Richter
Henze, Arnd: Mit Gott gegen die Demokratie. Warum der christliche Nationalismus alle angeht. Arnd Henze. Gütersloh: Gütersloher Verl. - Haus 2026. 224 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-579-06202-0, geb.: 20,00 €
Mitreden, mitentscheiden, mitgestalten
Fundierte bibelwissenschaftliche Erkenntnisse treffen auf Impulse für neue Wege der Gemeindepraxis.
Entscheidungen auf Augenhöhe, Mahlfeiern ohne Priester, Frauen in seelsorgerischer Verantwortung: Die ersten christlichen Gemeinden lebten Vielfalt und Mitbestimmung. Was heute in der Kritik steht, etwa starre Hierarchien oder der Fokus auf "geweihte" Ämter, war damals keineswegs die Regel. Der Autor macht dies deutlich anhand einer Art Gegenüberstellung von frühchristlichen Gemeinden und damaliger städtischer Verwaltung; und das auf eine Weise, die Lust auf Weiterbeschäftigung mit diesem Thema macht.
Im ersten der fünf Kapitel werden exemplarische Texte des Neuen Testament analysiert, in Kapitel 2-4 themenzentrierte Einzeltexte besprochen, zu Themen wie Frauen, Leitungsmodelle, Konflikte und im letzten Kapitel ein Ausblick gewagt auf das, was wir von frühchristlichen Gemeinden für heute lernen können.Auf viele Unterkapitel folgen Impulsfragenfür die Gemeinde- und Pfarrarbeit. Die ausführlichen,interessanten Informationen sind auch oder gerade für theologische "Laien" hilfreich.
Ein interessantes, praxisnahes Sachbuch für die (Neu-) Gestaltung von Gemeindeleben. Dörte Jost
Ebner, Martin: Mitreden, mitentscheiden, mitgestalten. Wie sich frühchristliche Gemeinden organisierten und was wir daraus lernen können. Martin Ebner. Innsbruck: Tyrolia 2025. 152 S.; 21 cm. ISBN 978-3-7022-4259-6, kt.: 15,00 €
Gemeinde gestalten. Wie die Zukunft vor Ort gelingen kann
Veränderungen in der Gemeinde bedenken und gestalten.
Angesichts der schwindenden Ressourcen (Kirchenaustritte, Stellenabbau, weniger Gelder) ist die Notwendigkeit der Veränderung in Kirchengemeinden dringend. Uta Pohl-Patalong, Prof. für Praktische Theologie, ermutigt drei Aspekte neu zu denken: 1. "Gemeinde nicht einseitig räumlich zu denken und Menschen einer Gemeinde zuzuweisen, sondern eine Vielfalt von Gemeindeformen anzubieten, denen sich Menschen zuordnen." 2."Statt Pfarrpersonen und andere Hauptamtliche als Zugänge zu Kirche zu verstehen, überzeugen die Inhalte…" 3. "Statt ein möglichst breites Angebotsspektrum (...) überall vorzuhalten, werden an kirchlichen Orten exemplarisch bestimmte Handlungsfeder gestaltet.". Sie stellt für 9 Arbeitsfelder vor, wie das gelingen könnte. Dabei verdeutlichen drei Szenen aus der kirchlichen Praxis die Herausforderungen, vor der die Gemeinden stehen, gefolgt von Wissen zu diesem Arbeitsgebiet um dann Alternativen anzudenken, Vor-und Nachteile zu bedenken und methodische Hinweise für die Weiterarbeit schliessen sich an. Sehr hilfreich für den eigenen Standpunkt ist ein Fragenkatalog zur Reflexion.
Für alle, die Verantwortung im gemeindlichen Kontext tragen bietet das Buch viel Stoff zum Nachdenken und ist hervorragend für Klausurtagungen von Kirchenvorständen geeignet. Christine Stockstrom
Pohl-Patalong, Uta: Gemeinde gestalten. Wie die Zukunft vor Ort gelingen kann. Uta Pohl-Patalong. Gütersloh: Gütersloher Verl. - Haus 2024. 254 S. ; 22 cm. ISBN 978-3-579-06537-3, kt.: 22,00 €
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