Weimar (epd). Nach achtjähriger Sanierung wird der Ostflügel des Stadtschlosses in Weimar am Freitag wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit Besucherzentrum, Veranstaltungssaal und einer neuen Dauerausstellung soll das Residenzschloss künftig stärker als Ort der Vermittlung von Geschichte und Kultur genutzt werden, sagte die Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Ulrike Lorenz, am Mittwoch vor Ort.
Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung stehen laut Stiftung das Stadtschloss und seine Funktionen. Gezeigt werden etwa das Genz’sche Treppenhaus, der Festsaal und weitere restaurierte Räume. Die Ausstellung stelle das Schloss als politischen und institutionellen Ort der Weimarer Klassik dar. Entstanden sei die Klassik allerdings vor allem in den Dichterhäusern.
Mythos der Klassik und dessen spätere Vermarktung
Von hier aus wurde laut Stiftung die Weimarer Klassik im 19. Jahrhundert zunehmend als kulturelles Erbe wahrgenommen und institutionell gefördert. In den 1840er Jahren entstanden die Dichterzimmer im Westflügel, später wurden das Goethe-Nationalmuseum und das Goethe- und Schiller-Archiv aufgebaut. Diese Entwicklung soll die Ausstellung nachvollziehbar machen.
Die Schau verbindet den Angaben zufolge historische Exponate mit Medienstationen. Themen sind die politischen Funktionen des Schlosses, der Mythos der Weimarer Klassik und ihre spätere Vermarktung. Der zeitliche Schwerpunkt reicht von der Entstehung des heutigen Schlosses in den 1770er Jahren bis zum Ende der Monarchie 1918.
Die NS-Zeit wird im Untergeschoss thematisiert. Dort ist ein Führungsbunker aus der Zeit der nationalsozialistischen Gauleitung erhalten.




