Das Feld der Ökumene von Kindesbeinen an beackert

Pfälzischer Kirchenpräsident Christian Schad
© epd-bild/Viktoria Kühne
Der pfälzischer Kirchenpräsident Christian Schad geht in Rente.
Das Feld der Ökumene von Kindesbeinen an beackert
Kirchenpräsident Christian Schad geht am 1. März offiziell in den Ruhestand
Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad ist ein Befürworter der Ökumene und begeisterter Prediger. Nach dem Ende seines Berufslebens, in dem er zahlreiche Ämter innehatte, wird er neuer Präsident des Evangelischen Bundes.

Sein Herz schlägt für die Ökumene. Dieses weite Feld beackert er von Kindesbeinen an - in der Region, in Deutschland und der Welt. Am 1. März geht der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad im Alter von 63 Jahren offiziell in den Ruhestand: Der anstehende Wechsel der Synoden in der Landeskirche und in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) lege es nahe, die inzwischen recht zahlreichen Ämter jetzt weiterzugeben, ist er überzeugt. Die Verabschiedung Schads und die Einführung der neuen Kirchenpräsidentin, Oberkirchenrätin Dorothee Wüst, findet am Sonntag, 14. Februar, in der Gedächtniskirche der Protestation in Speyer statt. 

Ein Leben für die Ökumene? Schads Großeltern mütterlicherseits lebten in einer Mischehe. Seine Mutter wurde evangelisch getauft und seine katholische Großmutter exkommuniziert. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1965) wurde die religiös aktive Großmutter wieder in die Kirche aufgenommen und ging mit ihrem Enkel zum Gottesdienst. Ein Wechsel der Konfession war für sie nie Thema, aber ihr Sohn Horst und ihr Enkel Christian wurden evangelische Pfarrer. "Als Kind bin ich konfessionell zweisprachig aufgewachsen und habe die andere Konfession als Ergänzung erlebt", erzählt der Enkel.

Christian Schad wurde am 14. Februar 1958 in Ludwigshafen als ältester Sohn in einem liberalen Elternhaus geboren. Bis auf die Großmutter war das familiäre Umfeld nicht besonders religiös. Aber mit den Eltern ging er zum Kirchenchor und lernte die Kirche als Ort der Geborgenheit kennen. Er begeisterte sich für den Beruf des Pfarrers. Sein Vater war strikt dagegen. Weshalb übernahm sein ältester Sohn nicht das Kürschnergeschäft? Schließlich wurde dieser doch eigens auf den Namen des Urgroßvaters und Firmengründers Christian Schad getauft.

Steile Karriere

"Mein Vater fand das gar nicht gut, erst recht nicht Theologie", sagt Schad. Er habe damals gelernt, seinen Weg eigenständig zu begründen, dies sei "ein heilsamer Zwang zur Reflexion" gewesen. Der jüngere Bruder übernahm das Geschäft. Nach dem Studium in Bethel, Tübingen und Bonn wurde Schad 1986 im vorderpfälzischen Weingarten als Pfarrer ordiniert, wo er gemeinsam mit seiner Frau bis 1991 Gemeindepfarrer war - verbunden mit der "Studierendenseelsorge" in Germersheim. Dann folgte eine steile Karriere.

Er wurde Referent im Landeskirchenrat in Speyer und dort sogleich mit der Erarbeitung des neuen Evangelischen Gesangbuchs betraut. Dieses Gesangbuch gilt als sein Meisterstück. Von 1996 bis 1998 folgten drei Jahre als Dozent am Predigerseminar in Landau. Im November 1998 wurde er im Alter von 40 Jahren zum Oberkirchenrat gewählt. Bei seiner Wahl zum Kirchenpräsidenten im Jahr 2008 erhielt Schad als einziger Kandidat fast alle Stimmen der Synode.

Ökumenisch profilierte Persönlichkeit

2014 betätigte ihn die Landessynode mit großer Mehrheit im Amt. Seit November 2013 war er zudem Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen in der EKD, seit 2016 evangelischer Vorsitzender des Gesprächskreises zwischen Rat der EKD und katholischer Deutscher Bischofskonferenz. Er war Delegationsleiter der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa in Rom. 2019 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, wo er künftig lehren will.

Am ersten Tag seines Ruhestands wird er Präsident des Evangelischen Bundes, ein 1886 in Erfurt gegründetes Arbeitswerk der EKD, das sich mit Fragen der Ökumene befasst. Das Werk teilte mit, dass es ihm gelungen sei, eine ökumenisch profilierte Persönlichkeit für seine Spitze zu gewinnen, die sich national und international im Dialog mit der römisch-katholischen Kirche engagiere.

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