Anlaufstelle für Missbrauchs-Opfer nimmt Arbeit auf

Anlaufstelle für Missbrauchs-Opfer nimmt Arbeit auf
Die unabhängige "Zentrale Anlaufstelle.help" für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche oder der Diakonie hat ihre Arbeit aufgenommen.

Wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover weiter mitteilte, bieten dort geschulte Fachkräfte Beratungsgespräche im geschützten Rahmen an. Einen entsprechenden Vertrag habe die EKD mit der anerkannten Fachberatungsstelle "Pfiffigunde Heilbronn e. V." geschlossen.

Das Angebot ergänze die bereits in den Landeskirchen bestehenden Ansprechstellen, hieß es weiter. "Mit der Errichtung einer zentralen Anlaufstelle setzen wir ein Anliegen um, dessen Dringlichkeit uns Betroffene immer wieder eindrücklich geschildert haben", sagte Bischöfin Kirsten Fehrs als Sprecherin des Beauftragtenrates der EKD. André Ettl, Fachberater und eines der geschäftsführenden Mitglieder der "Zentralen Anlaufstelle.help", fügte hinzu: "Wir wollen Betroffene, Angehörige und Interessierte als unabhängige Fachstelle unterstützen." Ziel sei "zuhören und weiterhelfen, Wege organisieren, wo Unterstützung angeboten wird", erklärte Ettl. "Dabei sind wir gut vernetzt mit den Ansprechpersonen in den evangelischen Landeskirchen und können zur richtigen Stelle lotsen."

Die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle ist Teil eines Elf-Punkte-Plans, den die EKD-Synode im vergangenen Herbst beschlossen hat. Damals waren 479 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. Inzwischen ist die Zahl den Angaben zufolge auf rund 600 gestiegen. Für die Umsetzung des Handlungsplans soll 2019 rund eine Million Euro bereitgestellt werden. Über das ganze Ausmaß des Missbrauchs sollen Studien genauere Erkenntnisse bringen. So sollen regionale Untersuchungen in den Landeskirchen bundesweit zusammengeführt werden. Zudem plant die EKD eine Dunkelfeldstudie.