Hamburgs Friedensmahnmal erfolgreich saniert

Das Hamburger Friedensmahnmal St. Nikolai ist der Stadt nach mehrjähriger Sanierung wieder übergeben worden. In einem Festakt erinnerte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) am Donnerstag an die wechselvolle Geschichte der Kirchenruine.

Mehr als drei Jahre lang war der Turm von St. Nikolai hinter einem Gerüst versteckt. Mit 147 Metern ist St. Nikolai nach dem Ulmer Münster (161 Meter) und dem Kölner Dom (157 Meter) der dritthöchste Kirchturm Deutschlands und nach den Worten Fegebanks der fünfthöchste der Welt.

Im August 2011 war ein zehn Kilo schwerer Sandstein vom Turm auf einen benachbarten Gehweg gefallen und hatte den akuten Sanierungsbedarf deutlich gemacht. Als Notsicherung wurde der Turm zunächst auf der Westseite eingerüstet, um das Herabfallen weiterer Steine zu verhindern. Danach wurden Fördermittel zur Sanierung in Höhe von 14,2 Millionen Euro eingeworben, die Schäden umfassend kartiert und die notwendigen Baumaßnahmen umgesetzt. Knapp die Hälfte zahlt der Bund, den Rest übernimmt die Hansestadt.



Mehr als 10.000 Sandsteine mussten gesetzt, 13.000 Ziegelsteine ausgetauscht und 40 Kilometer Fugen erneuert werden. Vor allem in der Turmspitze sind die Steine extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt. Außerdem wurde das beschädigte Turmkreuz neu vergoldet.

St. Nikolai wurde 1846 bis 1874 im neugotischen Stil erbaut. Damals war die Nikolaikirche bis zur Vollendung der Kathedrale von Rouen 1877 das höchste Bauwerk der Welt. Im Juli 1943 zerstörten Bomben das Kirchenschiff. Nach Kriegsende wurden die Ruinen des Kirchenschiffs und der weitgehend unbeschädigte Turm der ehemaligen Hauptkirche als Mahnmal erhalten und später unter Denkmalschutz gestellt. Unter dem Kirchenschiff befinden sich ein Weinkeller und ein Museum, das über den Bombenkrieg und seine Folgen informiert.