Brahms nennt Erhöhung des Verteidigungsetats auf zwei Prozent des BIP "wahnwitzig"

Ein simuliertes Panzergefecht ist über den Truppenübungsplatz in Munster zu sehen.

Foto: dpa/Peter Steffen

Simuliertes Panzergefecht über den Truppenübungsplatz in Munster.

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, kritisiert eine zunehmende Akzeptanz militärischer Mittel bei internationalen Gewaltkonflikten.

Es sei wichtig, gewaltfreie Instrumente der Konfliktlösung zu stärken und bekannter zu machen, erklärte Brahms am Donnerstag in Bonn: "Gewaltsame Konflikte können mit militärischen Mitteln nicht gelöst werden."

Zur Diskussion um eine Erhöhung des deutschen Verteidigungsetats sagte der EKD-Friedensbeauftragte, "diesen Haushaltstitel auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, ist wahnwitzig. Wenn Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernehmen soll und möchte, dann sollte dies bei Instrumenten der gewaltfreien, zivilen Konfliktbearbeitung erfolgen." Hier könne die deutsche Regierung auf einen großen Erfahrungsschatz bei Friedensverbänden und -organisationen zurückgreifen.

Brahms äußerte sich anlässlich der Abschlussveranstaltung der Projektstelle "zivil statt militärisch" der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). Die Projektstelle informiert seit 2013 über Chancen und Grenzen ziviler gewaltfreier Konfliktbearbeitung im Ausland. Zielgruppen waren Schüler, Jugendliche, junge Erwachsene sowie "Multiplikatoren". Der regionale Schwerpunkt des Projekts lag im Gebiet evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland, Hannover sowie Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. Gefördert wurde das Projekt von "Brot für die Welt" sowie der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden.