Landesbischof Meister lobt "Gorlebener Gebet"

Beharrlicher Protest an den Gorleben-Kreuzen

Foto: epd-bild / Karen Miether

Seit 25 Jahren treffen sich Menschen im Wald nahe den Atomanlagen bei Gorleben zum "Gorlebener Gebet".

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat das "Gorlebener Gebet" gegen ein Atommüll-Lager im Wendland als Beispiel für "widerständige Aufmerksamkeit mit langem Atem" gewürdigt.

Im Wald neben dem Erkundungsbergwerk im niedersächsischen Gorleben sagte er am Sonntag in einer Predigt, hier gehe es darum, den Möglichkeiten zu Umkehr und Einsicht gesellschaftlich und politisch Gehör zu verschaffen. Seit 25 Jahren kommen Menschen jeden Sonntag im Wald zusammen, um dafür zu beten, dass der Gorlebener Salzstock kein Atommüll-Lager wird.


Die Organisatoren des "Gorlebener Gebetes" rechnen sich zur Protestbewegung gegen die Atomanlagen, die an den Wald angrenzen. "Wie sehr die Gesellschaft diese Mahnung braucht, erleben wir an der Endlagerfrage", sagte Meister. "Heute gilt es, die Fehler einer falschen Energiepolitik aufzuarbeiten und mühsam den Ausgangspunkt für neues Vertrauen suchen." Meister ist Mitglied einer bundesweiten Kommission, die bis spätestens 2016 Kriterien für die Suche nach einem Atommüll-Endlager erarbeiten soll.

Bei "Kreuzwegen für die Schöpfung" wurden immer wieder Kreuze in den Wald geschleppt - 2001 etwa von Lüneburg entlang der letzten Etappe der Castor-Transporte aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins Gorlebener Zwischenlager. Die Atommüll-Halle, in der 113 Behälter mit Kernbrennstoffen lagern, liegt kaum einen halben Kilometer vom Andachtsort entfernt.