Proteste gegen islamistischen Al-Quds-Tag in Berlin

Proteste gegen islamistischen Al-Quds-Tag in Berlin
Gegen einen antisemitischen Aufmarsch zum sogenannten Al-Quds-Tag haben am Samstag in Berlin rund 250 Menschen protestiert. Zu den Protesten gegen die Islamisten hatten unter anderen mehrere jüdische Organisationen und Teile der linken Szene aufgerufen.

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An der Aktion beteiligten sich auch die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete und DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, der Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Gideon Joffe, und der Berliner Landesvorsitzende der Linken, Klaus Lederer. Zu der gegen Israel gerichteten Demonstration von Islamisten über den Kurfürstendamm kamen nach Polizeiangaben rund 750 Teilnehmer.

Die seit Jahren zum sogenannten Al-Quds-Tag (deutsch: Jerusalem-Tag) stattfindenden israelfeindlichen Demonstrationen würden vom Iran und von in Deutschland lebenden Anhängern des iranischen Regimes und der libanesischen Hisbollah gesteuert, erklärte das American Jewish Committee (AJC).

In einer Erklärung des Berliner Bündnisses "No Al-Quds-Tag" hieß es: "Wir wenden uns gegen islamistische und antisemitische Propaganda auf Berlins Straßen und fordern Solidarität mit Israel und der iranischen Freiheitsbewegung." Im vergangenem Jahr seien mehr Hisbollah-Anhänger denn je offensiv auf der Berliner Al-Quds-Demonstration aufgetreten, kritisierte die Direktorin des American Jewish Committee (AJC), Deidre Berger.

Al-Quds-Tag stellt das Existenzrecht Israels infrage

Es sei schwer nachzuvollziehen, dass Anhängern einer Bewegung, die Mitte Juli von der EU als Terrorgruppe eingestuft wurde, freier Lauf bei der Verbreitung ihrer Hasstiraden gelassen werde, kritisierte Berger. Notwendig seien stattdessen Reisebeschränkungen für Hisbollah-Funktionäre, das Einfrieren von Bankkonten und die Sanktionierung von Unternehmen, die mit der Hisbollah verflochten sind.

Laut Verfassungsschutz hat die Hisbollah in Deutschland rund 950 Mitglieder. Sie verfügten über ein ausgedehntes Netzwerk an Moschee- und Kulturvereinen, so das AJC. Allein in Berlin sollen 250 Anhänger der Islamisten- und Terrorgruppe leben.

Der Al-Quds-Tag wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ausgerufen und dient dazu, das Existenzrecht Israels infrage zu stellen und den arabischen Anspruch auf ganz Jerusalem zu untermauern.