EKD-Friedensbeauftragter Brahms: Weihnachten fordert Engagement

Renke Brahms
Foto: epd/Friedrich Stark
Renke Brahms ist der Meinung, dass Weihnachten Engagement fordert.
EKD-Friedensbeauftragter Brahms: Weihnachten fordert Engagement
Das bevorstehende Weihnachtsfest fordert nach Auffassung des kirchlichen Friedensbeauftragten Renke Brahms jeden Einzelnen dazu auf, sich persönlich für den Frieden einzusetzen. "Der Frieden droht uns verloren zu gehen oder ist in manchen Gegenden der Welt, auf manchen Straßen oder nicht wenigen Seiten des Internets schon verloren gegangen", warnte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in seiner Weihnachtsbotschaft.

Im Jesuskind, betonte Brahms, "begegnet uns Gott in seiner gewaltlosen, friedensstiftenden Weise". "Wenn wir unsere Köpfe nicht aufrichten, unsere Stimmen nicht erheben und unseren Hintern nicht hochkriegen und uns einmischen, tragen wir dazu bei, dass der Frieden weiter gefährdet wird", mahnte Brahms, der auch Leitender Geistlicher der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Deshalb sei es wichtig, für den Frieden in unserer Gesellschaft und weltweit auf die Straße zu gehen und am Tisch mit Familie und Freunden darüber zu sprechen, was wir zum Frieden beitragen könnten: "So beginnt für mich der Frieden: im Kleinen, in mir, bei uns."

Engagement sei nötig, unterstrich Brahms und verwies auf die biblische Jahreslosung für das kommende Jahr: "Suche Frieden und jage ihm nach." Frieden sei für ihn auch in der deutschen Gesellschaft keineswegs selbstverständlich. "Wo immer Menschen ausgegrenzt werden wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe, politischen, religiösen oder sexuellen Orientierung; wo immer Menschen in ihrer Würde verletzt werden, ist der Frieden noch nicht wirklich erreicht."



Brahms zufolge gibt es eine ganze Reihe positiver Beispiele für wirksames Engagement. "Die konkreten Schritte pflastern den Weg zum Frieden." Sie reichten von der Stiftung für Entwicklung im Sahel, die nachhaltige Entwicklung in Mali fördere, bis zu den Dörfern der Versöhnung in Ruanda. Dort hätten sich Täter und Opfer des grausamen Völkermordes entschieden, zusammen zu leben und sich zu versöhnen. Zwischen April und Juli 1994 ermordeten Hutu-Extremisten in Ruanda rund 800.000 Menschen, vor allem Angehörige der Tutsi-Minderheit, aber auch moderate Hutu.