Misereor warnt vor Gleichgültigkeit gegenüber Syrien und Iran

Das katholische Hilfswerk Misereor warnt vor Gleichgültigkeit gegenüber der Situation von Menschen in Syrien. "Der tägliche Kampf ums Überleben, gerade jetzt im Winter, wird hier in Europa kaum wahrgenommen", sagte der Freiburger Erzbischof Stephan Burger am Dienstag. Stattdessen würden schnell Forderungen nach Rückführungen aufgrund angeblich sicherer Gebiete gestellt.

Die Misereor-Partner berichteten jedoch über verheerende Zustände in den zerbombten Städten und Dörfern, betonte Misereor-Bischof Burger. Die Menschen dort seien durch Mangelernährung, schlechte medizinische Versorgung und psychischen Druck geschwächt. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie etwa Diabetes gebe es keine Medikamente mehr. 

Der Freiburger Erzbischof forderte von der internationalen Gemeinschaft mehr Druck auf den syrischen Machthaber Baschar Al-Assad, damit humanitäre Hilfe zugelassen werde. 

Auch im Irak sieht die Situation laut Misereor derzeit nicht viel besser aus. "Syrische Flüchtlinge und Binnenvertriebene aus der Region um Mossul, die erst seit kurzem vom IS-Terror befreit sind, zögern vor einer Rückkehr in ihre Herkunftsregion", teilte die Hilfsorganisation mit Sitz in Aachen mit. Die Angst vor erneuter Gewalt sei momentan zu groß. Aufgrund einer Finanzkrise im Irak fehle es an Heizmöglichkeiten für die Schulen sowie an winterfesten Unterkünften für Flüchtlinge und Vertriebene, unterstrich das katholische Hilfswerk.


Misereor kündigte an, Krankenhäuser und dezentrale Gesundheitsstationen im syrischen Aleppo für ein weiteres Jahr zu finanzieren. Im Irak stellt das Hilfswerk nach eigenen Angaben 50.000 Euro für winterfeste Unterkünfte und Kerosin zum Heizen zur Verfügung.