Winter bedroht Millionen Menschen auf der Flucht und im Krieg

UNO-Flüchtlingshilfe bittet um Spenden
Notdürftige Zelte in Flüchtlingslagern oder zerstörte Häuser in der Heimat: Für Millionen Kriegsopfer aus Syrien und dem Irak wird der Kälteeinbruch einmal mehr zum Überlebenskampf.

Zum Winter bittet die UNO-Flüchtlingshilfe eindringlich um Spenden für Flüchtlinge und Kriegsopfer im Nahen Osten. Die bevorstehenden Monate bedeuteten eine zusätzliche Lebensbedrohung, erklärte die Organisation am Mittwoch in Berlin. Benötigt würden vor allem Heizöl, warme Kleidung, Thermodecken, Schutzplanen und Lebensmittel für die Menschen, die in zerstörten Häusern in Syrien und im Irak sowie in Zelten und Notunterkünften in den großen Flüchtlings-Camps im Libanon und in Jordanien leben.

Für viele Syrer sei dies schon der siebte Winter auf der Flucht, beklagte Geschäftsführer Peter Ruhenstroth-Bauer. Mit der am Mittwoch vorgestellten Kampagne "Schenken Sie Schutz!" ruft die UNO-Flüchtlingshilfe - die deutsche Partnerorganisation des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) - zur Unterstützung auf. Bundesweit wird mit Plakaten und Anzeigen auf die Situation von Geflüchteten aufmerksam gemacht. Auf den Plakaten sind schützende Hände über Kindern und Frauen zu sehen, die in Flüchtlingslagern leben.

Laut UNHCR benötigen von rund 15 Millionen syrischen und irakischen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen etwa vier Millionen Menschen dringend zusätzliche Hilfen. Weltweit sind nach Angaben des UNHCR mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.

Als ein Beispiel für den immensen Hilfebedarf zum Winter nannte das Hilfswerk Caritas international die zerstörte syrische Stadt Aleppo. "Die Leute haben nichts zum Essen, es gibt kein fließendes Wasser, es gibt keinen Strom", berichtete Caritas-Mitarbeiterin Angela Gärtner im Deutschlandfunk nach einem Besuch in der Region. "Für den Winter gibt es keinerlei Heizmöglichkeiten." Gerade im Ostteil der Stadt seien nahezu alle Häuser zerstört. Die Menschen seien "vollständig auf externe Unterstützung zum Überleben angewiesen".

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