Tausende demonstrieren in Würzburg gegen Rechts

Unter dem Motto "Würzburg lebt Respekt - kein Platz für Rassismus" haben am Samstag in Würzburg gut 2.500 Menschen ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass gesetzt. Anlass der friedlichen Demonstration, an der auch mehrere Hundert linke Autonome teilnahmen, war ein Aufmarsch der vom Verfassungsschutz beobachteten Neonazi-Kleinstpartei "Der III. Weg".

Die Zivilgesellschaft sei "gemeinsam eine starke politische Kraft in diesem Land", sagte der katholische Hochschulpfarrer Burkhard Hose, Sprecher des Würzburger Bündnisses für Zivilcourage, bei der Abschlusskundgebung: "Es ist an der Zeit, sich für globale Solidarität und eine Abkehr von nationalem Egoismus einzusetzen." Anlass des Neonazi-Aufmarsches unter dem Motto "Licht für Dresden" waren die Bombardierungen und Zerstörungen deutscher Städte wie Dresden und Würzburg gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) erklärte: "Fremdenfeindlichkeit wird in unserer Stadt nicht geduldet, egal unter welchem Deckmantel sie auftaucht." Begonnen hatten die Aktionen gegen den Neonazi-Aufmarsch mit einem Friedensgebet der ökumenischen Nagelkreuz-Initiative in der katholischen Marienkapelle.



In einer gemeinsamen "Erklärung der Religionen zum respektvollen Miteinander in Würzburg" wandten sich die evangelische Dekanin Edda Weise sowie Vertreter der katholischen Kirche, der Jüdischen Gemeinde, des Islam und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) gegen jede Form von Intoleranz, Hass und Gewalt.

Zahlreiche Gegendemonstranten begleiteten danach mit lautstarken Sprechchören und Trillerpfeifen den von starken Polizeikräften abgeschirmten Demonstrationszug der Neonazis durch abgesperrte Straßen.