Transsexuelle richten Resolution an die Kirchen

"Bei mir ist das Bedürfnis geweckt worden, die Kirchen in Deutschland aufzufordern, sich in einen Dialog mit intersexuellen und transidenten Menschen zu begeben", sagte die Initatorin Esther Lau.

Drei Tage lang haben sich rund 200 Menschen auf Einladung des Fachbereichs Evangelische Theologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main über verschiedene Aspekte von Transsexualität ausgetauscht. Auf der Tagung unter dem Titel  "Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaftenwaren" sprachen auch mehrere Theologinnen und Theologen, darunter der evangelische Sozialethiker Peter Dabock und der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung.

Zum Schluss der Konferenz hat Esther Lau von der Selbsthilfe- und Beratungs-Initiative "Queer Mittelrhein" eine Resolution formuliert, mit der sie die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland zum Dialog auffordert. Die Kirchen sollten sich "in einen Diskurs zur Vereinbarkeit von Intersexualität und Transidentität einerseits und Theologie andererseits" begeben, heißt es in dem Text. Es gelte, "theologische Antworten und praktische Wege für die Lebbarkeit und Vereinbarkeit von Intersexualität und Transidentität im religiösen Kontext zu finden".

Die Initiatorin Esther Lau sagte, im Laufe des Kongresses sei deutlich geworden, "dass keine Leitungsebene einer der Kirchen sich bislang mit diesen beiden Menschengruppen als Tagesordnung eingelassen" habe - gemeint sind intersexuelle und transidente Menschen. Nach dem Erhalt der Resolution, so Laus Hoffnung, "können die Kirchen nicht mehr sagen, sie wüssten nicht um diesen Bedarf eines entsprechenden Diskurses - der Ball liegt somit auf ihrer Seite, den es gilt zu spielen".