Stiftung Weltethos kritisiert Gewalt im Namen der Religion

"Nur das Miteinander hat Zukunft!"
Die Stiftung Weltethos hat das Morden und Misshandeln im Namen der Religion scharf kritisiert. "Gewalt als Gesicht einer Religion verlangt unmissverständliche Kritik. Wo immer im Namen von Religion zu Gewalt aufgerufen oder diese legitimiert wird, wird Religion missbraucht, instrumentalisiert und in ihr Gegenteil verkehrt", heißt es in einer am Mittwoch in Tübingen veröffentlichten Erklärung unter dem Titel "Nur das Miteinander hat Zukunft!".

Weltanschauungen und Religionen seien mehr denn je gefordert, ihre Friedens- und Versöhnungsressourcen zu mobilisieren. "Wir erleben tödliche Bedrohung durch gewaltbereite und ideologisch verblendete Fanatiker, Attentäter, Terroristen", heißt es weiter vor dem Hintergrund der Terror-Organisation "Islamischer Staat". Verunsicherung, Misstrauen und Angst breiteten sich aus und belasteten das Zusammenleben der Menschen.

Sich nicht von Angst, Hass, Vorurteilen und Feindbildern bestimmen lassen

Migration und Integration stellten die Gesellschaft vor ungeahnte Herausforderungen. Um eine menschliche Gesellschaft der Zukunft zu gestalten, komme es darauf an, "das Bewusstsein für gemeinsame, unverzichtbare Werte zu stärken als Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben". Die Stiftung appelliert daran, sich nicht von Angst, Hass, Vorurteilen und Feindbildern bestimmen zu lassen.

Die Stiftung Weltethos wurde am 25. Oktober 1995 in Tübingen gegründet. Sie ging auf das Buch "Projekt Weltethos" des Theologen Hans Küng zurück und wurde auf Initiative des Baden-Badener Unternehmers Karl Konrad Graf von der Groeben ins Leben gerufen. Die Stiftung hat ein Jahresbudget von mehr als 800.000 Euro und ein Stiftungskapital von rund 3,5 Millionen Euro. Sie arbeitet weltweit mit Partnerstiftungen und -vereinen zusammen.