Evangelische Häuser nehmen Flüchtlinge auf

Etliche Tagungs- und Freizeithäuser im Umfeld der evangelischen Kirche haben sich bereit erklärt, weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Dabei wollen die Häuser sich gegenseitig unterstützen.

"Der Markenkern unserer Kirche ist, dass wir uns um Menschen kümmern, die Hilfe brauchen, und das tun unsere evangelischen Häuser", sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Häuser, Heiner Witte, im Gespräch mit evangelisch.de. Er hat eine Umfrage unter den Häusern durchgeführt. Demnach beherbergen schon etliche der Tagungs- und Freizeithäuser Flüchtlinge, weitere sind dazu bereit. Genaue Zahlen stehen noch nicht fest.

Unter der Dachmarke Evangelische Häuser sind ca. 280 Häuser mit rund 22.000 Betten zusammengefasst. "Wir haben alles von der Heuherberge bis zu Hotels im Vier-Sterne-Bereich, von sechs bis 400 Betten", sagte Witte. Insbesondere die kleineren Häuser, die Flüchtlinge aufnehmen wollen, brauchen nach seinen Worten Unterstützung in pädagogischen, psychologischen, medizinischen und juristischen Fragen.

"Ich versuche jetzt, unsere Häuser, die Erfahrung haben, mit den Häusern in Beziehung zu bringen, die das machen würden, aber keine Erfahrung haben", erklärte Heiner Witte. Manche Häuser lägen außerdem in Gegenden, in denen es Widerstände gegen die Unterbringung von Flüchtlingen gebe. Sie bräuchten auch in Sicherheitsfragen Beratung.

Eines der Häuser, die ihre komplette Kapazität zur Verfügung stellen wollen, ist das Haus Solling des CVJM-Gesamtverbandes in Dassel (Niedersachsen). Dort sollen ab Ende November oder Anfang Dezember bis zu 220 Asylsuchende untergebracht werden. Bereits gebuchte Tagungen müssen woanders stattfinden.