EKD-Friedensbeauftragter ruft zum Widerstand gegen Waffenexporte auf

Zum 70. Jahrestag des Kriegsendes hat der kirchliche Friedensbeauftragte Renke Brahms zum Widerstand gegen Waffenexporte und die militärische Lösung von Konflikten aufgerufen.

"Alle Erfahrungen der Geschichte und gerade der vergangenen hundert Jahre zeigen uns, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt", warnte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitagabend in einem Gedenkgottesdienst in Bremen. "Gewalt und Krieg eskalieren in einem ewigen Teufelskreis, wenn Waffen in alle Welt geliefert werden und sich unkontrollierbar verteilen."

Auch dort, wo in bester Absicht zum Schutz der Menschen eingegriffen werde, seien die Erfolge bescheiden, mahnte der leitende Bremer Theologe laut seiner vorab veröffentlichten Predigt. Wer die Ursachen von Konflikten radikal und damit an den Wurzeln anpacken wolle, müsse sich dafür einsetzen, dass arme Länder zu fairen Bedingungen Handel treiben könnten. Genauso müssten Klimakatastrophen, Hunger und Ungerechtigkeit bekämpft werden.

Die biblische Friedensbotschaft umzusetzen heiße auch, bei sich selbst anzufangen, sagte Brahms. "In jedem noch so kleinen Konflikt in der Familie und der Nachbarschaft, in der Schule oder bei der Arbeit Gewaltlosigkeit zu lernen - unsere Sprache abzurüsten, mit der wir Menschen verletzen." Es komme darauf an, die Angst vor dem Fremden zu überwinden, "vor den Flüchtlingen, vor denen, die anders denken, anders leben und anders glauben".

Es gehöre zum Reichtum der Schöpfung Gottes und zur Menschenwürde, dass die Menschen verschieden seien, fügte Brahms hinzu. "Keine Ideologie darf uns von diesem Grundgesetz abbringen." Das sei die Lehre aus der unvorstellbar erschreckenden systematischen Bekämpfung und Vernichtung der Juden, der Sinti und Roma, der Homosexuellen und Behinderten in der Zeit des Nationalsozialismus.