Bedford-Strohm solidarisch mit Terroropfern und Angehörigen

Bedford-Strohm solidarisch mit Terroropfern und Angehörigen
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat seine Solidarität mit den Opfern der Pariser Terroranschläge und deren Angehörigen bekundet.

"Wir sind bei euch im Gedenken", sagte er am Dienstagabend bei einem Gottesdienst in München zum Auftakt der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Der bayerische Landesbischof bekundete zugleich seine Hoffung auf eine "neue Kultur der Mitmenschlichkeit und des wertschätzenden Miteinanders unterschiedlicher Religionen und Kulturen in unserem Land".

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Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, rief bei der Feier in der Münchner Matthäuskirche zu einem verstärkten Dialog der Religionen auf. Gerade jetzt sollten die Christen den Kontakt zu ihren muslimischen Mitbürgern suchen, sagte er. Die Gespräche von Christen und Muslimen sollten nicht nur ein einmaliges Ereignis sein, sondern "in einem gut vorbereiteten und langfristig angelegten Weg des Dialogs" verlaufen. Angehörige anderer Religionen seien niemals "der Feind, den es zu verdrängen gilt". Vorurteile, Ressentiments und historische Verwerfungen müssten überwunden würden, ergänzte Marx.

Bei den islamistischen Anschlägen in Frankreich waren in der vergangenen Woche 17 Menschen ermordet worden. Die Terrorwelle hatte weltweite Empörung ausgelöst. Zu den Opfern zählen acht Journalisten des Satiremagazins "Charlie Hebdo", ein Gast der Redaktion, ein Portier, drei Polizisten sowie vier jüdische Geiseln in einem Pariser Supermarkt. Unter den Toten sind auch zwei Muslime. Die Polizei erschoss die mutmaßlichen Attentäter, die Brüder Said und Cherif Kouachi, sowie ihren mutmaßlichen Komplizen Amedy Coulibaly.

Bedford-Strohm unterstrich, die Feier bringe die Hoffnung auf eine Kultur des "wertschätzenden Miteinanders der Religionen" zum Ausdruck. An dem Gottesdienst nahmen erstmals in der 107-jährigen Geschichte der Gebetswoche auch Vertreter von Judentum und Islam teil, unter ihnen der Penzberger Imam Benjamin Idriz und Abi Putim vom Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Ihre Anwesenheit zeige, dass sich die Einheit der Christen nie gegen andere richte, sondern ein "Zeichen ist für die Einheit der Menschen", sagte Bedford-Strohm.

Die Gebetswoche vom 18. bis 25. Januar wird vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen getragen. In Deutschland koordiniert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen die zahlreichen Veranstaltungen in den Gemeinden verschiedener Konfessionen. Zum Programm zählen unter anderem ökumenische Gottesdienste sowie Begegnungen.