Welche Kinderbibel ist die richtige?

Kleiner Junge spielt mit Buch

Foto: Getty Images/iStockphoto/wherelifeishidden

Welche Kinderbibel ist die richtige?
Das perfekte Geschenk zur Taufe, vor allem für Patinnen oder Paten, ist eine Kinderbibel. Doch die Auswahl ist riesig. Da fällt es nicht leicht, die richtige bzw. passende zu finden. Desegen haben wir ein paar Tipps von der Expertin für Sie!

Schon ziemlich früh können wir Kinder anregen, erste Erfahrungen mit der Bibel zu machen: mit Kinderbibeln, die eine Auswahl an biblischen Geschichten bereit halten. Es gibt tatsächlich eine Vielzahl an Bibel-Büchern, die in kindgerechter Form ansprechend, inspirierend und für den Nachwuchs begreifbar biblische Geschichten erzählen. Für die Auswahl einer passenden, guten Kinderbibel gibt es einige Anhaltspunkte, nach denen Eltern und Paten sich ein Bild über die Qualität des jeweiligen Werkes machen können:

Kommen für mich wichtige Bibelstellen vor?  Wie viel Text enthält das Buch und ist dieser für mein Kind verständlich? Kurze Sätze, direkte Rede, in der Gegenwart geschrieben - das sind wichtige Kriterien für die Beurteilung. Ebenso die Art der Erzählung: Ist sie eine freie Nacherzählung oder texttreu und damit bibelnah? Sind die Geschichten so formuliert, dass sie dem Kind Religion und Glauben nahe bringen und erfahrbar machen?

Mindestens genauso bedeutsam sind die Illustrationen. Gefallen sie mir, sind sie ausdrucksstark und ästhetisch? Wird die Geschichte verständlich dargestellt und zeigen die Bilder auch über den Text hinausgehende Details? Kann das Kind auch alleine, eventuell nach einer vorherigen Einführung, etwas mit den Bildern anfangen? Regen sie die Fantasie an und eröffnen sie den Zugang zur christlichen Botschaft? Hinterlassen sie einen bleibenden Eindruck?

Bibelgeschichten für die ganz Kleinen:

Für Kleinkinder ab etwa 12 – 24 Monaten kommen Bilderbücher in Betracht, die auf dicker Pappe gedruckt und vorwiegend mit Illustrationen ausgestattet sind - und die von der biblischen Lebenswelt erzählen:

Einen allerersten Einstieg bietet das kleine Buch "Bibel Wörter" von Susanne Göhlich (Moritz Verlag 2008). Zwanzig biblische Begriffe von Himmel und Erde über Arche und Taube bis hin zu Brot und Kelch werden hier in fröhlichen, großformatigen Zeichnungen dargestellt. Sie eignen sich gut zum Betrachten und ersten Erzählen biblischer Geschichten. Für den begleitenden Erwachsenen sind entsprechende Bibelstellen kleingedruckt vorgeschlagen. Die Motive aus dem Alten und dem Neuen Testament können sich unseren Kindern mit diesem Buch früh einprägen.


In "Mein großes Bibel-Wimmelbuch" aus der Reihe "Der kleine Himmelsbote" von Antonie Schneider und Melanie Brockamp (Coppenrath Verlag 2012), finden Kinder ab 2 Jahren sechs großformatige szenische Wimmelbilder, die sie die bekanntesten Geschichten der Bibel spielerisch und lustvoll entdecken lassen. Die Bilder sind lebendig und voller spannender Details. Die entsprechenden Texte sind leicht verständlich und auf einer ausklappbaren Seite werden die enthaltenen Szenen beschrieben. Und es gibt Bildausschnitte, die im großen Bild wieder gefunden werden können.

Ab 2 Jahren:

Ab 2 bis 3 Jahren kommen Bilderbücher mit mehreren kurzen biblischen Geschichten ins Spiel, die nun schon mehr Text enthalten und sich oft für "rituelles Vorlesen", z. B. beim Zubettgehen oder gemeinsamen Innehalten, eignen:

"Die Bibel für die Allerkleinsten" von Matthias Jeschke und Rüdiger Pfeffer (Deutsche Bibelgesellschaft 2006) ist ein kleines, aber dickes, handliches Buch mit kräftig bunten, ausdruckstarken Bildern, die jeweils über eine Doppelseite reichen. Sie erzählt in einfacher, klarer Sprache von sieben Ereignissen aus dem Neuen und dem Alten Testament und zeigt den Kindern darin einen guten, zugewandten Gott.


In "Meine erste Bibel" von Rolf Krenzer und Constanza Drop (Loewe 2012) finden sich ausschließlich Geschichten von Jesus. Sie besticht durch eine reiche Bebilderung mit wunderschönen Details, die weit mehr als der Text erzählen. Jesus ist immer an seinem roten Gewand zu erkennen. Die Überschriften zu den einzelnen Geschichten finden sich allerdings nur im Inhaltsverzeichnis, so dass die Vorlesenden sich im Voraus im Buch orientieren sollten.

Ab 4 Jahren:

Mit Kindern ab 4 bis 6 Jahren können wir deutlich umfangreichere Vorlesebibeln betrachten, ihnen schon längeren Geschichten vorlesen und mit ihnen darüber sprechen:

Die "Neukirchener Vorlese-Bibel" von Irmgard Weth, illustriert von Kees de Kort (Kalenderverlag des Erziehungsvereins 2014) eignet sich hervorragend sowohl zum Studieren der großen, über zwei Seiten reichenden, farbkräftigen und sehr ausdruckstarken Bilder als auch zum Vorlesen der 32 sehr bibelnahen Geschichten, die jeweils von einem kleinen Bild mit einer zugewandten Ansprache oder Frage an die Kinder begleitet werden. Eine moderne, wertvolle Bibelausgabe mit Gebetsvorschlägen für Kinder im Vorschulalter.


"Die große Bibel für Kinder" von Tanja Jeschke und Marijke ten Cate (Deutsche Bibelgesellschaft 2014) ist eine erweiterte Neuauflage der "Bibel für Kinder", in der es mit sehr vielen prächtigen, detaillierten, teils auch humorvollen Bildern äußerst viel zu schauen gibt. Leicht verständlich, lebendig und nah am Original geben die Geschichten einen Überblick über 32 ausgewählte Episoden aus dem Alten und dem Neuen Testament. Immer wird deutlich, dass alle Menschen sich in Gottes Hand befinden. Ein einprägsames Nachwort versetzt die mitlesenden Erwachsenen in die Lage, ihre Kinder gut bei der Lektüre zu begleiten.

Ab 8 Jahren:

Bibeln, die während der Kindheit ab etwa 8 bis 10 Jahren und weit darüber hinaus einen reichen Schatz für die ganze Familie bieten:

"Die Bibel für Kinder und alle im Haus", erzählt und erschlossen von Rainer Oberthür (Kösel 2007), versammelt zentrale Texte des Alten und Neuen Testaments mit einfühlsamen Erklärungen und Informationen, die kindliche und erwachsene Leser weit mit in die biblische Welt hinein nehmen. 30 berühmte Werke der abendländischen Kunst ergänzen die Texte trefflich und werden im Anhang mit gut nachvollziehbaren "Sehhilfen" erläutert.


In der "Bibel für kluge Kinder und ihre Eltern" von Hubertus Halbfas (Patmos 2013) verbindet der Autor die alten biblischen Texte mit Erkenntnissen der modernen Wissenschaft. Faszinierende Erklärungen, kritische Fragen, historische Tatsachen und eine üppige Bebilderung mit Fotos, Zeichnungen und Bilddokumenten ergeben ein informatives, spannendes und wertvolles Werk, das von Jung und Alt mit Gewinn erschlossen werden kann.

Autoren

Stefanie Drüsedau

Stefanie Drüsedau ist Diplom Betriebswirtin, Spiel- und Theaterpädagogin und Lese- und Literaturpädagogin. Sie arbeitet unter anderem für das Evangelische Literaturportal (Eliport), engagiert sich für den Weltgebetstag der Frauen und veranstaltet Literaturgottesdienste.