Methodistische Kirche verabschiedet Resolution zur Asylpolitik

Die Evangelisch-methodistische Kirche tritt für eine Neuausrichtung der europäischen und nationalstaatlichen Flüchtlingspolitik ein.

Bei ihrer Norddeutschen Jährlichen Konferenz in Oldenburg beschlossen 180 Delegierte der Freikirche eine entsprechende Resolution, wie ein Sprecher am Sonntag zum Abschluss der viertägigen Konferenz mitteilte. Vor den Grenzen der EU müsse die Priorität auf der Seenotrettung liegen, heißt es darin: "Lebensrettung darf nicht kriminalisiert werden."

Das Flüchtlingsdrama vor Lampedusa im Herbst 2013 habe wieder ins Bewusstsein gerufen, welche Tragödien an Europas Südgrenze zum traurigen Alltag geworden seien, hieß es. Viele methodistische Gemeinden suchten Kontakt zu Flüchtlingen, die in Unterkünften in ihrer Nachbarschaft lebten. Andere vermittelten Asylbewerbern Rechtsbeistand oder förderten Kinder aus Migrantenfamilien.

Das Kirchengebiet der "Norddeutschen Konferenz" umfasst den Angaben zufolge die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Berlin sowie Teile von Hessen und Thüringen. Den 100 methodistischen Gemeinden in der Region gehören rund 11.000 Menschen an. Als Freikirche erhalten die Methodisten keine Kirchensteuern. Sie finanzieren sich ausschließlich durch Spenden.

Zur Evangelisch-methodistischen Kirche, zu der neben der Norddeutschen auch eine Ostdeutsche und eine Süddeutsche Konferenz gehören, zählen nach eigenen Angaben bundesweit rund 60.000 Kirchenangehörige. Die Norddeutsche Konferenz tritt einmal im Jahr unter der Leitung von Bischöfin Rosemarie Wenner aus Frankfurt/Main zusammen.

Die methodistische Kirche ging im 18. Jahrhundert als Reformbewegung aus der anglikanischen Kirche in England hervor. Gründer ist der britische Geistliche John Wesley (1703-1791), der sich auch von vom deutschen Reformator Martin Luther und dem deutschen Pietismus anregen ließ. Nach eigenen Angaben gehören weltweit rund 60 Millionen Menschen methodistischen Gemeinden an.