Atomkraftgegner starten Protest-Marathon in Gorleben

Atomkraftgegner haben am Samstag in Gorleben einen Protest-Marathon begonnen. Sie wollen bis Sonntagmittag 24 Stunden lang die Atomanlagen in dem niedersächsischen Ort umrunden und damit gegen ein mögliches Atommüllendlager im Gorlebener Salzstock demonstrieren.

Nach Polizeiangaben protestierten zum Auftakt mehr als 200 Menschen friedlich. "Das hat einen familiären Happeningcharakter", sagte ein Polizeisprecher. Trecker und Läufer machten den Auftakt für den Marathon, für den die Kreisstraße zwischen dem Zwischenlager und dem Erkundungsbergwerk Gorleben gesperrt wurde.

Weitere Demonstranten wollen nach Angaben der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg mit der Kutsche, zu Pferd und mit dem Fahrrad den Rundlauf starten, der die Nacht durch andauern soll. Musik, Poetry-Slam und Filmvorführungen sollen die Aktion begleiten.

Auch nachdem Bundesrat und Bundestag mit dem Standortsuchgesetz einen Neustart der Endlagersuche beschlossen haben, gingen die Proteste weiter, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Wolfgang Ehmke. Die Atomkraftgegner vertrauten nicht darauf, dass mit dem Gesetz wirklich ein neuer Weg eingeschlagen wird. Sie befürchteten, dass die Suche am Ende doch auf Gorleben hinausläuft. Die Gorleben-Gegner planten weitere Proteste, auch in Berlin.