Berlinale lehnte Filme wegen #MeToo ab

Die Missbrauchsdebatte #MeToo hat dem Berlinale-Chef Dieter Kosslick zufolge auch das Festivalprogramm verändert.

"Wir haben in diesem Jahr Arbeiten von Leuten nicht im Programm, weil sie für ein Fehlverhalten zwar nicht verurteilt worden sind, es aber zumindest zugegeben haben", sagte Direktor Dieter Kosslick der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Bei dem Festival werden zwischen dem 15. und dem 25. Februar insgesamt 385 Filme gezeigt.

Für den aktuellen Jahrgang habe das Festival Filme abgelehnt, deren Personal durch die Debatte um sexuelle Gewalt im Filmgeschäft belastet sei, sagte Kosslick. Bei #MeToo gebe es seiner Meinung nach eine klare Grenze: "Alles, was durch Gewalt aufgezwungen wird, ist ein Vergehen."



Jenseits dieser Grenze gebe es aber viele Schattierungen und Einzelfälle, über die diskutiert werden müsse, betonte der Festivaldirektor. Dazu sei die Berlinale da. Im Bereich des Filmmarkts werde auf mehreren Veranstaltungen über Vielfalt, Inklusion und Geschlechter-Gerechtigkeit debattiert. "Als Festival möchten wir nicht nur Entwicklungen verfolgen, sondern auch ein Ort sein, wo Probleme gehört und diskutiert werden."