"Queer"-Gottesdienst zu 500 Jahren Reformation

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Foto: Kathrin Stahl

Evangelische Kirche lädt ab Donnerstag zu Ausstellung "Max ist Marie" und Feier am 22. Oktober nach Mainz ein

Im 500. Jubiläumsjahr der Reformation lädt die evangelische Kirche gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität zur Fotoausstellung "Max ist Marie oder mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind" und zum Gottesdienst "Reformation für Alle" in die Mainzer Christuskirche ein. Die Ausstellung zeigt noch bis zum 27. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr, freitags 12 bis 18 Uhr, ein Foto- und Textprojekt über und für transidente Menschen. Bewegende Bilder und Texte stellen Menschen auf dem Weg ihrer Geschlechtsanpassung vor. Die Hamburger Künstlerin Kathrin Stahl.

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"Max ist Marie": Was es bedeutet, Transgender zu sein
Bildergalerie zum Blog "Max ist Marie"

Am Sonntag, dem 22. Oktober laden dann die evangelische Christuskirchengemeinde und die dgti um 10 Uhr zum Gottesdienst "Reformation für Alle*" ein, der Menschen unterschiedlichster geschlechtlicher Ausprägung zusammenbringt. Gastpredigerin ist die transsexuelle Pfarrerin Elke Spörkel. In der Feier singt der überregionale queere Chor Queerubim unter der Leitung von Tim Brügmann. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es einen Empfang mit einem Grußwort der hessen-nassauischen Oberkirchenrätin für kirchliche Dienste, Christine Noschka. Das musikalische Rahmenprogramm hierfür gestaltet das Mainzer Vokalensemble no:promise unter der Leitung von Markus Brückner.

Vielfalt der Schöpfung annehmen

Die Schirmherrschaft für das Projekt in Mainz hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung übernommen. Nach seinen Worten ist es eine der Lehren der Reformation, eingefahrene Denkmuster immer wieder neu zu überprüfen. Das gelte auch für den Blick auf Menschen mit unterschiedlichster sexueller Orientierung. Basis müsse das Vertrauen in die Liebe Gottes bleiben, der das Leben in seiner Vielfältigkeit geschenkt habe. Aufgabe bleibe es, sich selbst und andere "anzunehmen".

Zum Thema ist bei der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität auch eine Broschüre erschienen, die auch die Perspektive der evangelischen Kirche unter dem Titel "Reformation für Alle*" zeigt. Sie ist hier online abrufbarbegann das Projekt mit einem Fotoshooting ihrer Tochter Marie, die einmal ihr Sohn Max war.