Außenamts-Sprecher: "Es gibt keine Lügenpresse in Deutschland"

Sprecher des Auswärtigen Amts, und Steffen Seibert, Regierungssprecher und Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung (r.) während der Bundespressekonferenz am 26.9.2016 in Berlin

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Sprecher des Auswärtigen Amts, und Steffen Seibert, Regierungssprecher und Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung (r.) während der Bundespressekonferenz am 26.9.2016 in Berlin

Mit bewegten Worten hat sich der langjährige Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, am Freitag von den Journalisten der Bundespressekonferenz in Berlin verabschiedet. Schäfer sagte, nach mehr als sechseinhalb Jahren in seinem Amt beruhige es ihn, dass die Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland "buchstäblich unantastbar" sei.

"Es gibt keine Lügenpresse in Deutschland", betonte er. Es gebe kritische Medien, "die mir ganz häufig auf den Sack gegangen sind", sagte er. Letztlich machten sie damit aber ihre Arbeit. Journalisten hätten ihn mit Fragen gelöchert, Finger in Wunden gelegt "und manchmal auch noch Salz drauf" gestreut. Das habe er manchmal auch als ungerecht empfunden. Er finde aber, "dass das gut so ist".

Schäfer war seit Mai 2011 Pressesprecher des Auswärtigen Amts. Er sprach für die früheren Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) und zuletzt für Außenminister Sigmar Gabriel (SPD). Schäfer wird nun Botschafter in Südafrika.

Die Bundespressekonferenz ist der Verein der Hauptstadtjournalisten. Dreimal in der Woche stehen der Regierungssprecher und die Sprecher der Ministerien dort Journalisten Rede und Antwort. Schäfer hat nach eigenen Worten "500 plus x" dieser Pressekonferenzen als Außenministeriumssprecher bestritten.