Bischof Dröge: Schwangerschaft darf keine Dienstleistung werden

Die umstrittene Fachmesse "Kinderwunschtage" am Wochenende in Berlin sorgt weiter für Kritik. Schwangerschaften dürften nicht zu Dienstleistungen werden, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, am Freitag in Berlin.

Es sei "ethisch äußerst problematisch", wenn dafür die wirtschaftliche Lage von Leihmüttern ausgenutzt werde. "Nicht alles, was technisch und wirtschaftlich machbar ist, dient auch dem Guten und dient dem Leben", sagte Dröge: "Ich wünschte mir, dass gerade in den Fragen des Kinderwunsches das ethische Nachdenken sehr ernst genommen wird." Kritik an der Messe, bei der auch Anbieter von in Deutschland illegalen Verfahren der Reproduktionsmedizin ihre Angebote vorstellen, kam auch von der katholischen Kirche, von Ärzteverbänden und aus der Politik.

Ein Leben mit Kindern gehöre "zu den größten Glückserfahrungen, die ein Mensch haben kann", betonte Dröge. Wenn dieser sehnliche Wunsch nicht in Erfüllung gehe, sei dies sehr schmerzlich. Es sei jedoch sehr fragwürdig, wenn "aus diesem Schmerz und dieser Verzweiflung heraus Paare im Ausland Leihmütter bezahlen oder andere in Deutschland verbotene Verfahren nutzen".

Die erste deutsche Fachmesse "Kinderwunschtage" findet an diesem Wochenende in Berlin statt. Umstritten ist die Veranstaltung, weil dabei auch Kinderwunschbehandlungen vorgestellt werden, die in Deutschland illegal sind wie etwa Eizellenspenden, Leihmutterschaft oder die Vorauswahl des Geschlechts. Die Messe richtet sich an Menschen, die unter ungewollter Kinderlosigkeit leiden. Zu den Ausstellern gehören zahlreiche ausländische Kliniken.