Jobcenter will Konfirmandenfreizeit nicht bezahlen

Erstmal wird abgelehnt...

Foto: Dan Race/fotolia

Erstmal wird abgelehnt...

Das Jobcenter in Mönchengladbach wollte die Kosten von 65 Euro für die Konfirmandenfreizeit eines Sohnes nicht übernehmen. Erst nachdem Medien nachfragten, lenkte das Jobcenter ein.

Thomas Wasilewski hat seinem ersten Sohn zur Geburt eine Kinderbibel geschenkt. Er sei damit in den Kreißsaal des katholischen Krankenhauses gekommen und habe eine Nonne darum gebeten, dass sie eine Widmung für David hineinschreibe.

Vierzehn Jahre später hat Thomas Wasilewski mehrere Herzoperationen hinter sich und bekommt mit seinen 53 Jahren eine kleine Erwerbsunfähigkeits-Rente. Seine Frau war immer zuhause bei den Kindern, sie sucht nun nach Arbeit. Die drei Jungs gehen alle zur Schule, der Älteste, David, soll bald konfirmiert werden.

"Wenn die Kinder Schulausflüge machen, dann zahlt das Jobcenter", sagt Thomas Wasilewski. Die Familie kommt nur sehr knapp mit der kleinen Rente aus, die der Vater bekommt. Das Amt habe auch ohne Rückfragen Schulausflüge in den Freizeitpark "Phantasialand" und zum Einkaufszentrum Centro in Oberhausen gezahlt. Am 13. Januar 2017 beantragte der Vater beim Jobcenter die Zahlung eines Konfirmandenwochenendes für David, es geht um 65 Euro.

Die Antwort der Sachbearbeiterin, die evangelisch.de vorliegt: "Ihr Antrag für Leistungen für Bildung und Teilhabe Konfirmandenwochenende für Wasilewski, David wird abgelehnt." Die Begründung: "Sie haben keinen Anspruch auf die von ihnen beantragte Leistung, da es sich nicht um eine Leistung für Bildung und Teilhabe handelt."

Er habe sofort angerufen und nachgefragt, erzählt Thomas Wasilewski. Die Sachbearbeiterin habe ihm geantwortet, es sei ja auch nicht nötig, dass sein Sohn konfirmiert werde. "Ich fühle mich behandelt wie der letzte Dreck", sagt Thomas Wasilewski. Davids Opa war Religionslehrer, Davids Mutter engagiert sich ehrenamtlich in einer evangelikalen Freikirche. Natürlich sei es für ihn nötig, dass David konfirmiert werde.

Thomas Wasilewski hat jedoch Glück in seiner unglücklichen Situation. Er habe gute Kontakte zur örtlichen Politik und zu zwei Zeitungen, Bekannten dort habe er seinen Fall geschildert und siehe da: Das Jobcenter Mönchengladbach zahlt nun doch die Konfirmandenfreizeit und bat um Entschuldigung für die Mitarbeiterin.

Auch der Pfarrer der evangelischen Gemeinde, in der David konfirmiert werden soll, hatte dem Vater seine Hilfe angeboten. "Er hat mich gut begleitet", sagt Thomas Wasilewski. Das Geld der Kirche habe er aber erstmal nicht haben wollen, denn: "Ich habe 30 Jahre gearbeitet und das Schicksal hat uns in diese Situation gebracht. Die amtliche Willkür macht mich wütend und traurig." Deswegen sei er die Sache für seinen ersten Sohn gleich mit maximalem Einsatz angegangen - denn schließlich sollen seine zwei anderen Jungs auch noch konfirmiert werden.