Der Geist der Kooperation bekommt neue Büros

Verbindungsmodell VELKD/UEK

Foto: Lightstock/Inbetween

Die EKD-Synode hat das Verbindungsmodell zwischen VELKD, UEK und EKD beschlossen.

Nun ist es beschlossene Sache: Die evangelische Kirche in Deutschland wächst enger zusammen. Die EKD-Synode hat dem Verbindungsmodell zugestimmt. Die größte sichtbare Veränderung in dem neuen Modell ist das gemeinsame Kirchenamt von VELKD, UEK und EKD.

Auch wenn sie jetzt ihre Ämter zusammenlegen, bleiben die drei Kirchen weiter als eigene "Auftragsstrukturen" erhalten, wie Heinrich Bedford-Strom vor der EKD-Synode noch einmal erläuterte. Der Ratsvorsitzende sprach für die "Gemeinsame Steuerungsgruppe" zur Weiterentwicklung des Verbindungsmodells, die seit der EKD-Synode 2013 an der neuen Struktur gearbeitet hat. Die VELKD als Zusammenschluss der lutherischen Kirchen und die UEK als Zusammenschluss der unierten Kirchen behalten weiterhin beide eigene Amtsbereichsleiter, die zusammen mit Kirchenamtspräsident Hans Ulrich Anke und dem theologischen Vizepräsidenten des Kirchenamtes, Thies Gundlach, das neue gemeinsame Kirchenamt leiten.

Während die lutherischen Synodalen bei der VELKD-Generalsynode noch Diskussionsbedarf hatten, ob das lutherische Profil in einem gemeinsamen Kirchenamt ausreichend vertreten sein werde, zerstreute Landesbischof Bedford-Strohm - selbst Lutheraner - vor der EKD-Synode diese Bedenken. In der Einbringung des Vorschlags betonte er, was in den gliedkirchlichen Zusammenschlüssen beschlossen werde, "ist für das gemeinsame Kirchenamt bindend". Das Ziel sei, noch besser als bisher "im Geiste der Kooperation" zusammenzuarbeiten.

Im umgestalteten Kirchenamt wird die Arbeit insgesamt auf die inhaltlichen Fachabteilungen ausgerichtet. Lutherische und reformierte Perspektiven auf Themen und Inhalte werden dort jeweils mit eingebracht, wo die Inhalte erarbeitet werden. Wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, soll "nach einem angemessenen Zeitraum" evaluiert werden, kündigte der Ratsvorsitzende an. Damit sie funktioniere, brauche es eine "gute Kommunikationskultur" aller Beteiligten. Dann würden die Stärken und Kompetenzen von VELKD und UEK "noch dienstbarer gemacht werden als bisher".

Vor der VELKD-Generalsynode hatte Amtsleiter Horst Gorski bereits am Freitag betont, die Zusammenarbeit sei an vielen Stellen ohnehin schon sehr eng. Die neue Struktur trage dem nun Rechnung. UEK-Amtsleiterin Petra Bosse-Huber teilte die positive Einschätzung und sagte, es brauche jetzt Zeit für die weitere Umsetzung.

Es werden keine Stellen gestrichen

Kirchenamtspräsident Hans Ulrich Anke bekräftigte im Gespräch ebenfalls, dass sich die Zusammenarbeit schon jetzt verändert hat. "Das Denken für die EKD und den eigenen Bund ist im Kirchenamt schon verankert", sagte Anke. Das gelte auch für "gute Zusammenarbeit" auf der Amtsleiter-Ebene, wo Anke, Thies Gundlach, Petra Bosse-Huber und Horst Gorski bereits jetzt gemeinsam die Arbeit der Fachabteilungen lenken.

Um den weiteren Veränderungsprozess - von räumlichen Veränderungen bis zu inhaltlichen Zuordnungen - zu koordinieren, wird im Kirchenamt eine Stelle geschaffen, unterstützt von einem Sekretariat mit einer halben Stelle. Es wird keine Stelle wegfallen, bestätigte Anke auf Nachfrage aus der Synode. Die Stellen der bisherigen VELKD- bzw. UEK-Kirchenämter werden auch weiterhin von den Zusammenschlüssen finanziert.

Die Ämterfusion ist Teil des seit mehr als zehn Jahre laufenden Verbindungsmodells, um Kräfte zu bündeln und Doppelstrukturen zu vermeiden. In den vergangenen Jahren sind die drei Ämter bereits im Kirchenamt der EKD in Hannover räumlich zusammengezogen. Außerdem tagen seit 2009 die Kirchenparlamente von Lutheranern und Unierten sowie die EKD-Synode direkt nacheinander jeweils am gleichen Ort, und die Synodalen von VELKD und UEK sind Mitglieder der EKD-Synode.